Noch ein paar Wochen trennt die CDU in Baden-Württemberg von einer wichtigen Wegmarke – der Landtagswahl. In diesem politischen Klima, das ohnehin schon angeheizt ist, macht Manuel Hagel, der Mann an der Spitze der Partei im Südwesten, klar Kante: Unüberlegte Debatten, wie beispielsweise über das Begrenzen von Teilzeitstellen oder eine Privatisierung der Zahnarztkosten, hält er schlicht für unsinnig. Ihn ärgert offenbar, dass durch solche Nebelkerzen die Menschen eher vor den Kopf gestoßen – statt abgeholt – werden. Das schade der Reformbereitschaft im Land, meint Hagel und geht sogar noch weiter: Die CDU solle an ihre Kompetenz als starke Wirtschaftspartei anknüpfen, statt sich von Einzelverbänden wie der Mittelstandsunion in Nebenschauplätze ziehen zu lassen. Überhaupt sei die CDU mehr als nur Lobbyistin für Unternehmen. 'Wir sind auch die Partei der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer', betont Hagel. Das klingt fast wie ein Versuch, das alte C wieder deutlicher strahlen zu lassen und mit den Leuten auf Augenhöhe zu sprechen, bevor die Wahlkabinen öffnen. Und vielleicht auch ein Nicken in Richtung Vernunft – parteiintern wie im Land.
Manuel Hagel hat kurz vor den Landtagswahlen in Baden-Württemberg intern für klare Verhältnisse gesorgt: Er lehnt kontroverse Vorschläge aus den eigenen Reihen hinsichtlich der Begrenzung von Teilzeit oder Privatisierung von Zahnarztleistungen entschieden ab. Laut Hagel schwächen solche Themen die Glaubwürdigkeit und Reformbereitschaft der Partei. Gleichzeitig pocht er auf das Profil der CDU als sowohl wirtschafts- als auch arbeitnehmerorientierte Kraft und mahnt seine Partei, sich im Wahlkampf auf nachvollziehbare und pragmatische Politik zu konzentrieren. In aktuellen Medienberichten wird zudem berichtet, dass sich Hagel gezielt von radikalen Forderungen differenziert und auf Sachpolitik setzt, während andere Parteien, wie die Grünen, ihrerseits eine strategische Positionierung suchen. In den vergangenen Tagen wird allgemein auf eine zunehmende Polarisierung im baden-württembergischen Landtagswahlkampf hingewiesen, verbunden mit wachsender Unsicherheit über mögliche Koalitionen.