Wirtschaftsverbände demonstrieren Rückhalt für Gitta Connemann

Mitten im Streit um das Thema 'Lifestyle-Teilzeit' und die Rolle der CDU-Politikerin Gitta Connemann geraten nicht nur politische, sondern auch wirtschaftliche Akteure aneinander: 15 Wirtschaftsverbände setzen sich mit einem klaren Statement für Connemann ein und distanzieren sich öffentlich von der Kritik, die zuletzt vom Mittelstandsverband BVMW und dessen Vorsitzenden Ahlhaus formuliert worden war.

heute 20:17 Uhr | 1 mal gelesen

In einem offenen Brief, auf den sich die 'Bild' in ihrer Samstagausgabe beruft, bringen 15 Wirtschaftsverbände ihre Irritation über die Angriffe gegenüber Gitta Connemann zum Ausdruck. Die Unterzeichnenden, die teils seit Jahren Lobbyarbeit für den Mittelstand betreiben, zeigen sich vereint hinter der Mittelstandsbeauftragten der Bundesregierung: Rücktrittsforderungen gegen Connemann, die vom BVMW-Chef laut wurden, werden scharf zurückgewiesen. Vielmehr sei ihre engagierte Arbeit anerkannt und dringend erforderlich, um die stagnierenden Reformen endlich ins Rollen zu bringen – so die Kernaussage des Schreibens. Die Verbände betonen weiter, dass die jüngsten Äußerungen des BVMW keinesfalls die Interessen oder Meinungen des gesamten Mittelstands widerspiegeln. Zu den Unterstützern zählen unter anderem der Handelsverband Deutschland, der Verband der Unternehmerinnen in Deutschland, die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft und viele mehr – ein breites Bündnis aus verschiedensten Branchen. Kritischer Einwurf am Rande: Es ist gar nicht so selten, dass wirtschaftliche Verbände sich konzertiert gegen einzelne Stimmen positionieren, allerdings kommt eine derart offene innerverbandliche Kritik selten mit dieser medienwirksamen Geschlossenheit daher.

Der aktuelle Konflikt um Gitta Connemann entzündet sich an ihrer Haltung zur sogenannten 'Lifestyle-Teilzeit', einem Begriff, der vor allem unter Mittelständlern umstritten ist. Während Christoph Ahlhaus, oberster Vertreter des BVMW, in den letzten Tagen heftige Kritik an ihrer Amtsführung übte und sogar Rücktrittsforderungen äußerte, ergreifen nun zahlreiche andere Wirtschaftsverbände Partei für Connemann. Sie schätzen ihre sachorientierte Arbeit und empfinden die Attacken an ihrer Person als wenig zielführend und abschreckend – zumal viele Unternehmen im Mittelstand sich aufgrund fehlender Reformen ohnehin im Abseits sehen. Laut taz bleibt auch nach dem offenen Brief unklar, ob Ahlhaus‘ Kritik realistisch die Meinung des breiten Mittelstands abbildet oder ob hier eher persönliche Konflikte und politische Taktik im Vordergrund stehen (Quelle: https://taz.de). Der Spiegel hebt zusätzlich hervor, dass sich die Debatte um Arbeitszeit und Flexibilität durch die polarisierten Positionen zwischen Politik und Wirtschaft zunehmend zuspitzt (Quelle: https://www.spiegel.de). Zeit Online merkt an, dass die parteiübergreifende Unterstützung für Connemann unterstreicht, wie brisant die Reformbedarfe in der Wirtschaft derzeit empfunden werden (Quelle: https://www.zeit.de). Insgesamt zeigt sich, dass der Konflikt weit mehr ist als eine Personalfrage – er steht für den grundsätzlichen Reformstau und die widersprüchlichen Erwartungen an die Wirtschaftspolitik im derzeitigen Deutschland.

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