Der aktuelle Konflikt um Gitta Connemann entzündet sich an ihrer Haltung zur sogenannten 'Lifestyle-Teilzeit', einem Begriff, der vor allem unter Mittelständlern umstritten ist. Während Christoph Ahlhaus, oberster Vertreter des BVMW, in den letzten Tagen heftige Kritik an ihrer Amtsführung übte und sogar Rücktrittsforderungen äußerte, ergreifen nun zahlreiche andere Wirtschaftsverbände Partei für Connemann. Sie schätzen ihre sachorientierte Arbeit und empfinden die Attacken an ihrer Person als wenig zielführend und abschreckend – zumal viele Unternehmen im Mittelstand sich aufgrund fehlender Reformen ohnehin im Abseits sehen. Laut taz bleibt auch nach dem offenen Brief unklar, ob Ahlhaus‘ Kritik realistisch die Meinung des breiten Mittelstands abbildet oder ob hier eher persönliche Konflikte und politische Taktik im Vordergrund stehen (Quelle: https://taz.de). Der Spiegel hebt zusätzlich hervor, dass sich die Debatte um Arbeitszeit und Flexibilität durch die polarisierten Positionen zwischen Politik und Wirtschaft zunehmend zuspitzt (Quelle: https://www.spiegel.de). Zeit Online merkt an, dass die parteiübergreifende Unterstützung für Connemann unterstreicht, wie brisant die Reformbedarfe in der Wirtschaft derzeit empfunden werden (Quelle: https://www.zeit.de). Insgesamt zeigt sich, dass der Konflikt weit mehr ist als eine Personalfrage – er steht für den grundsätzlichen Reformstau und die widersprüchlichen Erwartungen an die Wirtschaftspolitik im derzeitigen Deutschland.