Alarm wegen Cyberattacken: Regierungsstellen warnen Politik, Militär und Medien

Verfassungsschutz und BSI schlagen Alarm: In einem Schreiben an Bundestagsabgeordnete wird vor großangelegten, mutmaßlich von Staaten gesteuerten Hackerangriffen auf sensible Bereiche wie Politik und Journalismus gewarnt. Der Messenger Signal steht im Fokus.

heute 14:43 Uhr | 2 mal gelesen

Es ist schon fast Routine – und doch beunruhigend neu: Wieder melden deutsche Behörden einen wachsenden Tsunami digitaler Angriffe. Dieses Mal aber richten sich die Warnungen explizit an hochrangige Akteure aus Politik, Militär, Diplomatie und nicht zuletzt an Investigativjournalisten. Laut einem Schreiben, das auch der 'Spiegel' einsehen konnte, nehmen Täter gezielt den bekannten Messenger Signal ins Visier. Ironischerweise, könnte man meinen, immerhin gilt Signal als Inbegriff der digitalen Sicherheit – verschlüsselte Chats, sichere Telefonate, das volle Programm. Aber wie so oft liegt der Teufel nicht in der Software, sondern im Menschen: Über Phishing-Mails werden Nutzerinnen und Nutzer der App geködert, ihre Anmeldedaten preiszugeben. Gelingt das den Angreifern, stehen ihnen zumindest rein technisch Tür und Tor zu – nicht nur zur privaten Kommunikation, sondern schlimmstenfalls zu kollektiven Gruppen-Chats, die Netzwerke angreifbar machen. Es klingt überspitzt, aber die offizielle Warnung spricht von klaren Risiken für die gesamte Netzwerkinfrastruktur. Und was immer Behörden da an Erkenntnissen gesammelt haben – das bleibt besser geheim, könnte aber in die Richtung von Spionage oder Erpressung gehen. Es bleibt dieser seltsam fahle Nachgeschmack: Selbst die Werkzeuge, die uns schützen sollen, sind am Ende nur so sicher wie unser eigenes Verhalten… Oder bleibt da doch ein Rest Paranoia, der angebracht ist?

Deutsche Behörden sehen eine erhöhte Gefahr durch Cyberattacken auf höchste Entscheidungsträger, Diplomaten und Medien, insbesondere durch staatlich gelenkte Hackergruppen. Das Besorgniserregende: Selbst Messenger wie Signal, die lange als Inbegriff von Security galten, sind fällig geworden – nicht, weil sie technisch versagen, sondern weil Nutzer mittels Phishing ausgetrickst werden. Behörden mahnen zu erhöhter Vorsicht und fordern, den Schutz sensibler Kommunikationswege konsequent zu überdenken und zu verstärken. Ergänzungen aus aktuellen Recherchen: Seit Beginn des Krieges in der Ukraine haben Cyberattacken auf deutsche Behörden und Infrastruktur zugenommen, auch Desinformationskampagnen werden als Teil hybrider Bedrohungen eingestuft. Die Bundesregierung arbeitet an einem neuen IT-Sicherheitsgesetz, das unter anderem Vorgaben für kritische Infrastruktur verschärfen soll. Mehrere Medien berichten zudem, dass nicht nur Politik und Militär, sondern auch Bürgermeister kleiner Gemeinden zunehmend ins Visier geraten. Speziell mit Blick auf die bevorstehende Europawahl wird in den letzten 48 Stunden verstärkt vor Einflussnahmen durch digitale Angriffe gewarnt.

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