Bundesinnenminister plädiert gegen WM-Boykott – Trotz Kritik an Trump-Politik

Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) spricht sich klar gegen einen Fußball-WM-Boykott als Reaktion auf Donald Trumps Politik aus. Der Politiker betont, dass Sport und politische Proteste besser nicht vermischt werden sollten.

heute 12:06 Uhr | 3 mal gelesen

„Erinnern Sie sich noch an die Gespräche rund um die WM in Katar? Ich war schon damals der Meinung: Lasst die Leute Fußball spielen und versucht nicht ständig, den Sport für politische Zwecke zu instrumentalisieren. Das würde ich auch all jenen ans Herz legen, die jetzt einen Boykott fordern“, meint Dobrindt gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Gleichzeitig nimmt er kein Blatt vor den Mund, wenn es um die US-Einwanderungsbehörde ICE geht. Deren aktuelles Vorgehen stößt ihm ebenfalls übel auf: „Was wir da derzeit aus den USA sehen – diese Bilder sind schlicht verstörend.“ Dobrindt betont, dass so etwas in Deutschland bei der Polizei und in der Politik undenkbar wäre. Auch Boris Pistorius (SPD), Bundesverteidigungsminister, hatte sich jüngst ähnlich kritisch geäußert.

Alexander Dobrindt bleibt dabei: Ein Boykott der Fußball-WM ist aus seiner Sicht keine geeignete Antwort auf die Politik von Donald Trump; vielmehr sollte man Sport und politische Konfliktlinien möglichst trennen. Ihm ist dabei durchaus bewusst, dass die jüngsten Fernsehbilder aus den USA – etwa das schroffe Vorgehen der Behörde ICE – viele Menschen schockieren, und er sieht das aus deutscher Perspektive ähnlich kritisch. Die Debatte um die Vermischung von Sport und Politik ist nicht neu: Gerade bei Großevents wie der WM kommt sie alle paar Jahre wieder hoch, wobei sich auch andere Politiker, wie Boris Pistorius, betont zurückhaltend gegenüber Forderungen nach Boykotten zeigen. Bemerkenswert in der aktuellen Medienlage: Während politische Skandale eigentlich einen starken Drang nach Reaktion erzeugen, bleiben maßgebliche deutsche Amtsträger erstaunlich gelassen und mahnen zu rationalen Antworten.

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