Trump präsentiert angebliche Handelsvereinbarung mit Indien

US-Präsident Donald Trump gab nach einem Gespräch mit Indiens Premier Narendra Modi an, eine Übereinkunft über ein Handelsabkommen erzielt zu haben. Laut Trump will Modi künftig auf russisches Öl verzichten und stattdessen vermehrt US-Öl – eventuell sogar Öl aus Venezuela – importieren.

heute 18:16 Uhr | 3 mal gelesen

Donald Trump, bekannt für seine impulsiven Ankündigungen, erklärte am Montag eine bedeutsame Übereinkunft mit Indien. Nach seinen Angaben habe Modi eingewilligt, kein Öl mehr aus Russland zu beziehen und sich stattdessen mehr den USA und eventuell Venezuela zuzuwenden. Trumps Argument: Das diene nicht nur den amerikanischen Wirtschaftsinteressen, sondern – beinahe wie nebenbei – auch dem Frieden in der Ukraine. Ob das zutrifft? Wer wüsste es schon genau. Jedenfalls, so Trump weiter, soll im neuen Handelsdeal ein geringerer US-Zollsatz von künftig 18 statt bislang 25 Prozent greifen. Indien, im Gegenzug, würde nach seinen Worten sämtliche Zölle und sonstige Handelshemmnisse gegen US-Produkte abschaffen. Und als wäre das alles noch nicht genug, plane Indien, riesige Mengen US-Waren zu importieren, von Energie über Hightech bis zur Landwirtschaft – ein Handelsvolumen von sagenhaften 500 Milliarden Dollar wurde genannt. Ob und was davon tatsächlich beschlossen oder schon nahe am Unterschriftsstatus ist? Darüber lässt sich, wie so oft bei Trump, bloß spekulieren.

Trumps Ankündigung über den Zustand des US-indischen Handelsabkommens sorgte international für Skepsis—nicht zuletzt, weil aus Indien selbst bislang keine offizielle Bestätigung kam. US-Medien und Experten bezweifeln, ob Indien tatsächlich auf russisches Öl verzichten wird, denn das Land hat in der Vergangenheit sehr wohl Wert auf unabhängige Energieversorgung gelegt. Als Hintergrund: Modi war zuletzt bemüht, sowohl die Beziehungen zu Russland als auch zu den USA zu balancieren und ließ sich kaum öffentlich auf einen klaren Kurs festlegen; zudem gilt Trumps rhetorische Übertreibung bei Verkündungen inzwischen als häufiger Begleiter seiner Politik.

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