Gordon Schnieder aus Rheinland-Pfalz stemmt sich offen gegen Markus Söders Idee, die Wochenarbeitszeit kurzerhand um eine Stunde zu erhöhen, und mahnt zu mehr Sachlichkeit und weniger öffentlichkeitswirksamem Aktionismus. Unter Berufung auf die notwendige Seriosität bei Sozialreformen fordert er, Debatten nicht vor laufenden Kameras, sondern in fachlich fundierten Gremien zu führen. Neben der Arbeitszeit-Frage kritisiert Schnieder ebenfalls Überlegungen, Zahnarztbehandlungen aus dem Leistungskatalog der Krankenversicherung zu streichen, und pocht darauf, Menschen nicht durch plötzliche Reformvorschläge zu verunsichern. Aktuelle Ergänzungen: In der aktuellen Medienberichterstattung wird deutlich, dass die Diskussion über Arbeitszeit und Sozialsysteme deutschlandweit an Brisanz gewinnt. Besonders nach den jüngsten Äußerungen verschiedener Unionspolitiker wächst der Druck auf die Parteispitzen, tragfähige, langfristig durchdachte Konzepte vorzulegen. Die Thematik ist auch deshalb so umstritten, weil sich viele Menschen angesichts stagnierender Löhne, hoher Inflation und einer insgesamt ungewissen wirtschaftlichen Großwetterlage verständlicherweise wenig begeistern lassen, wenn plötzliche Forderungen nach Mehrarbeit auftauchen, während gleichzeitig Kürzungen bei Gesundheitsleistungen diskutiert werden. Diese Gemengelage ruft laut Süddeutscher Zeitung und Spiegel v.a. kritische Stimmen aus Gewerkschaften und Sozialverbänden auf den Plan, die vor überhasteten Maßnahmen warnen.