Schnieder widerspricht Söders Mehrarbeits-Vorstoß – Kritik an öffentlicher Debatte

Gordon Schnieder, CDU-Spitzenkandidat in Rheinland-Pfalz, erteilt Markus Söders Forderung nach einer zusätzlichen Arbeitsstunde pro Woche eine klare Absage und äußert auch scharfe Bedenken gegenüber dem Vorschlag, Zahnarztleistungen aus der gesetzlichen Krankenversicherung zu streichen.

heute 16:55 Uhr | 4 mal gelesen

Am Montag brachte Gordon Schnieder seinen Unmut über die jüngsten Vorschläge aus Bayern deutlich zum Ausdruck – gemeint ist Markus Söder, CSU-Vorsitzender, dessen Gedanke einer wöchentlichen Mehrarbeitsstunde bundesweit für Gesprächsstoff sorgt. Schnieder hält wenig von solchen plakativ inszenierten Ideen, die seiner Meinung nach mehr zur Verunsicherung als zur Lösung beitragen. In seinen Worten klingen Frust und ein Hauch von Enttäuschung mit: 'Es reicht eben nicht aus, dass wir in der Öffentlichkeit mit schnellen Überschriften hantieren.' Die Menschen im Land, so betont er, spürten sehr wohl, dass Reformen anstehen – bloß solle man sie nicht durch populistische Schnellschüsse zusätzlich verwirren. Besonderen Widerwillen äußert er auch gegenüber Plänen aus unionsnahen Kreisen, zahnärztliche Leistungen aus Kassenleistungen zu streichen: Das alles gehöre seriös und sachlich diskutiert und nicht als Treibstoff für den ständigen Medienwettlauf instrumentalisiert. Eigentlich – und dieser Gedanke schleicht immer wieder durch – plädiert Schnieder für ruhige, fachliche Debatten und fairen Umgang, statt Journalist:innen Futter für die nächste Schlagzeile zu liefern. Für ihn ist klar: Wer echte Veränderungen will, muss diese zunächst in den Gremien und Kommissionen vernünftig erarbeiten, bevor sie an die große Glocke gehängt werden.

Gordon Schnieder aus Rheinland-Pfalz stemmt sich offen gegen Markus Söders Idee, die Wochenarbeitszeit kurzerhand um eine Stunde zu erhöhen, und mahnt zu mehr Sachlichkeit und weniger öffentlichkeitswirksamem Aktionismus. Unter Berufung auf die notwendige Seriosität bei Sozialreformen fordert er, Debatten nicht vor laufenden Kameras, sondern in fachlich fundierten Gremien zu führen. Neben der Arbeitszeit-Frage kritisiert Schnieder ebenfalls Überlegungen, Zahnarztbehandlungen aus dem Leistungskatalog der Krankenversicherung zu streichen, und pocht darauf, Menschen nicht durch plötzliche Reformvorschläge zu verunsichern. Aktuelle Ergänzungen: In der aktuellen Medienberichterstattung wird deutlich, dass die Diskussion über Arbeitszeit und Sozialsysteme deutschlandweit an Brisanz gewinnt. Besonders nach den jüngsten Äußerungen verschiedener Unionspolitiker wächst der Druck auf die Parteispitzen, tragfähige, langfristig durchdachte Konzepte vorzulegen. Die Thematik ist auch deshalb so umstritten, weil sich viele Menschen angesichts stagnierender Löhne, hoher Inflation und einer insgesamt ungewissen wirtschaftlichen Großwetterlage verständlicherweise wenig begeistern lassen, wenn plötzliche Forderungen nach Mehrarbeit auftauchen, während gleichzeitig Kürzungen bei Gesundheitsleistungen diskutiert werden. Diese Gemengelage ruft laut Süddeutscher Zeitung und Spiegel v.a. kritische Stimmen aus Gewerkschaften und Sozialverbänden auf den Plan, die vor überhasteten Maßnahmen warnen.

Schlagwort aus diesem Artikel