Empörung nach Festnahme des iranischen Drehbuchautors Mahmoudian – Weimer fordert Freilassung

Mit deutlichen Worten kritisiert Kulturstaatsminister Wolfram Weimer die Festnahme des iranischen Drehbuchautors Mehdi Mahmoudian in Teheran. Für ihn steht fest: Die Unterdrückung kritischer Kunst ist Ausdruck einer beunruhigenden Systematik.

heute 17:06 Uhr | 4 mal gelesen

Die Nachricht kam fast aus dem Nichts – der iranische Drehbuchautor Mehdi Mahmoudian wurde am vergangenen Wochenende in seiner Heimatstadt Teheran verhaftet. Was ihm konkret vorgeworfen wird, bleibt nebulös. Aber eines ist für Kulturstaatsminister Wolfram Weimer glasklar: Kunst darf nicht hinter Gittern verschwinden. Weimer verurteilte das Vorgehen scharf und erinnerte daran, dass die Inhaftierung von Kunstschaffenden kein Einzelfall im Iran sei. Eigentlich, so Weimer, müssten jene Stimmen, die in Drehbüchern wie "It Was Just an Accident" auf Missstände aufmerksam machen, gehört – und nicht weggesperrt werden. Besonders hebt der Minister die Bedeutung unabhängiger Medien hervor. Ohne sie, sagt er, würde das alles im Dunkeln bleiben. Die Deutsche Welle mit ihrem persischsprachigen Angebot sei ein kleines Fenster in die Welt für Millionen, denen staatliche Zensur sonst jede freie Information versperrt. Nicht zuletzt verweist Weimer auf Mahmoudians jüngste Erfolge: Sein Film, der sich unerschrocken mit staatlichem Unrecht im Iran auseinandersetzt, wurde 2023 in Cannes mit der Goldenen Palme ausgezeichnet und könnte bald sogar einen Oscar bekommen.

Wolfram Weimer hat die Verhaftung des bekannten iranischen Drehbuchautors Mehdi Mahmoudian in aller Schärfe kritisiert und fordert dessen sofortige Freilassung. Die Umstände der Festnahme sind bislang unklar, doch Weimer sieht in dem Vorgehen einen alarmierenden Versuch des iranischen Regimes, kritische Stimmen mundtot zu machen. Mahmoudians Film "It Was Just an Accident" hat zuletzt internationale Aufmerksamkeit für das Thema staatlicher Repression im Iran geweckt. Unabhängige Medien wie die persischsprachige Deutsche Welle bieten vielen Iranerinnen und Iranern weiterhin Zugang zu kritischer Berichterstattung. Nach Berichten aus der aktuellen Presselandschaft spitzt sich die Lage für Kunst- und Medienschaffende im Iran weiter zu: So berichtet beispielsweise die Süddeutsche, dass unabhängige Stimmen im Iran systematisch verfolgt und Festnahmen ohne klare Anklage immer häufiger würden. Die Deutsche Welle hebt die zunehmende Bedeutung alternativer Informationskanäle heraus, während der Spiegel eine wachsende internationale Kampagne zur Unterstützung inhaftierter Kulturschaffender im Iran analysiert.

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