Die Talkrunde im berühmten 'Literarischen Quartett' hat sich zur Aufgabe gemacht, vier eindrückliche Neuerscheinungen der Gegenwartsliteratur gleichzeitig konträr und unterhaltsam zu besprechen. Mit dabei sind diesmal drei unterschiedliche Stimmen – Kulturjournalistin Knobloch, Kritiker von Cranach und der vielseitige Christian Berkel – die sich unweigerlich aneinander reiben, wenn es um Sprache, Wahrnehmung und Narrative geht. In Zeiten, wo Literatur- und Buchdebatten im Fernsehen eher selten geworden sind, bleibt das Format für viele ein Fixpunkt, um Orientierung und Inspiration für die eigene Leseliste zu bekommen. Aktuelle Literaturformate im deutschen Fernsehen stehen allgemein noch unter dem Eindruck der digitalen Konkurrenz; Streamingangebote gewinnen kontinuierlich an Bedeutung, während klassische Talkrunden wie das Quartett mit ihrer Mischung aus Debatte und persönlichem Urteil dennoch ein gewisses Stammpublikum behalten. Gerade zu Beginn des Jahres sorgen Debatten über Tonfall, Auswahl der Bücher und die Politisierung von Literatur für Aufmerksamkeit – insbesondere, wenn internationale Stimmen wie Fosse und Szalay auf die Gegenwartsliteratur im deutschsprachigen Raum treffen und Perspektiven verschieben. Das ZDF setzt mit der weiterhin prominenten Platzierung des Formats ein Zeichen gegen die Fragmentierung der Öffentlichkeit und lädt zu öffentlichen Lektüregesprächen ein, die zumindest für Literaturempfehlungen noch immer Gewicht haben.