Professorin Claudia Scherl, 48 Jahre alt, wird die neue Direktorin der HNO-Klinik am Universitätsklinikum OWL – ein Name, den Engagierte im Bereich der Kopf-Hals-Medizin längst kennen. Mit über 12.000 Operationen auf dem Buckel, bleibt eigentlich kaum ein Zweifel daran, dass sie in ihrem Fach ein echtes Schwergewicht ist. Was das Bielefelder Klinikum mit ihrem Wechsel beabsichtigt, ist klar: Forschung und moderne Patientenversorgung sollen enger verzahnt werden – vor allem in der Kopf-Hals-Onkologie, Hörimplantaten, Tumorchirurgie und allem, was technisch innovativ klingt (zum Beispiel Schädelbasischirurgie). Das hauseigene Cochlea-Implantat-Zentrum steht damit vor einer spannenden Weiterentwicklung.
Ein interessanter Aspekt an Prof. Scherls Profil ist die Verbindung ihrer medizinischen Expertise mit einem Faible für Digitalisierung und Hightech. Sie bringt Erfahrung aus Forschungsprojekten im Bereich Künstliche Intelligenz, intraoperative Bildgebung und Augmented Reality mit – da schnappt so mancher Medizinstudent nach Luft. Besonders der Fokus auf Präzision in der Onkologie, etwa durch KI-gestützte Diagnose- und Therapiekonzepte, macht neugierig, wie sich die Praxis in den kommenden Jahren verändert. Wer weiß, vielleicht gibt es irgendwann OPs, die sich wie Science-Fiction anfühlen?
Auch ihre Führungsqualitäten kommen nicht zu kurz: Sie hat bereits große Teams in Unikliniken geleitet, onkologische Kompetenzzentren aufgebaut und scheinbar fast überall mal federführend mitgemischt, ob im Operationssaal oder im Organisationsteam. In der Lehre setzt sie übrigens auf moderne, digitale Methoden und auf die Förderung des ärztlichen Nachwuchses. Bemerkenswert, wie sie Kompetenztraining und Zusammenarbeit als Kern ihrer Arbeit beschreibt. Im persönlichen Gespräch wirkt Prof. Scherl angenehm bodenständig und klar – das merkt man ihren Statements an. Ihre Vision: einen Ort schaffen, an dem Forschung und Klinik Hand in Hand gehen, und Patienten wie Mitarbeitende gleichermaßen profitieren.
Wer sich fragt, auf welchen Wegen sie zu diesem Punkt gekommen ist – ein kurzer Abriss: Die Facharztausbildung fand am Universitätsklinikum Erlangen statt, das Medizinstudium führte sie nach Berlin, Erlangen, Pretoria in Südafrika und über den großen Teich nach Amerika. Erfahrung als Oberärztin sammelte sie unter anderem an den Unikliniken Erlangen und Mannheim, ehe sie an letzterem Standort auch leitende Oberärztin und Vize-Klinikdirektorin wurde. Ihre akademische Visitenkarte ziert seit 2023 eine Professur in Heidelberg. Privat lebt sie mit ihrer Familie – verheiratet und Mutter einer Tochter.
Mit Prof. Dr. Claudia Scherl gewinnt das Universitätsklinikum OWL eine international profilierte Medizinerin für die HNO-Klinik, die neben ihrer operativen Expertise ein besonderes Augenmerk auf digitale Innovationen legt. Ihr Engagement für KI-basierte Diagnostik, Augmented Reality und verbesserte onkologische Therapien könnte den Standort zu einem Leuchtturm für innovative Patientenversorgung machen. Interessant ist im aktuellen Kontext der deutschen Universitätsmedizin, dass solche Berufungen zunehmend als strategische Weichenstellungen gesehen werden, um sowohl im Wettbewerb um medizinischer Talente als auch bei Forschungsförderungen zu bestehen.
Ein kurzer Blick auf die mediale Berichterstattung der letzten beiden Tage zeigt, dass andere Unikliniken – etwa in Leipzig und Essen – ebenfalls gezielt auf Digitalisierung und fachliche Exzellenz bei Neuberufungen setzen (z.B. Einführung von Robotik in der Chirurgie, Ausbau von KI-Forschungsclustern).
Zusätzlich spitzt sich in der medizinischen Hochschullandschaft die Diskussion zu, wie forschungsnahe Patientenversorgung und interdisziplinäre Teamarbeit im Alltag wirklich funktionieren kann – noch so ein Feld, auf dem Prof. Scherl als Führungspersönlichkeit Impulse setzen dürfte. Wissenschaftliche Communities und klinische Netzwerke reagieren auf solche Personalien durchweg positiv, besonders wenn es um Integration neuer Technologien im klinischen Alltag geht.