Ines Schwerdtner, eine der markantesten Stimmen der Linken, bringt ihre Skepsis gegenüber der geplanten Sozialstaatsreform auf den Punkt: "Mir bereitet dieses Vereinheitlichen – wie es Bärbel Bas vorgeschlagen hat – Kopfzerbrechen. Alles an die Arbeitsweise der Jobcenter angleichen? Wir erleben doch tagtäglich, wie überlastet diese Behörden jetzt schon sind; es droht, dass eine angedachte Vereinfachung zu noch mehr Stolpersteinen für diejenigen führt, die ohnehin Unterstützung brauchen." Dass auch jeder von uns, selbst wenn es sich im Alltag schnell verdrängt, ganz unvermittelt auf Hilfen des Staates angewiesen sein könnte, hebt sie besonders hervor. Ihre Grundhaltung klingt dabei klar und, ja, ein bisschen kämpferisch: Sie will Verbesserungen unterstützen, aber sich gegen Scheinlösungen stellen, die das Leben der Betroffenen faktisch erschweren. So schließt sie nicht ohne Nachdruck, dass die Linke jede Gesetzesinitiative genauestens prüfen wird – und sich verstärkt für echten statt bloß formalen Bürokratieabbau einsetzen will.
Schwerdtner prangert an, dass die vorgesehene Reform die ohnehin schon überforderten Jobcenter zusätzlich belasten und somit die Antragstellung für Sozialhilfen eher erschweren als erleichtern könnte. Sie betont, dass die Würde und der Schutz der Betroffenen im Mittelpunkt der Sozialpolitik stehen müssen und warnt, jede vermeintliche Vereinfachung kritisch zu hinterfragen. Neue Recherchen zeigen, dass sich zahlreiche Sozialverbände ähnlich äußern: Sie warnen davor, dass allein durch IT-gestützte Verfahrensvereinfachungen kein menschlicherer Umgang mit Bedürftigen erreicht wird, und mahnen, dass eine echte Reform nicht auf Kosten der individuellen Beratung und Unterstützung gehen darf; auch aktuelle Berichte etwa von der Süddeutschen Zeitung weisen auf den akuten Personalmangel in Jobcentern hin, der durch weitere Aufgaben noch verschärft werden könnte.