Trauer um Dr. Hedwig Ücker-Geischläger: Ein Leben für Medizin, Glauben und Menschlichkeit

Wien – Dr. Hedwig Ücker-Geischläger, die renommierte Ärztin und Therapeutin, ist am 3. Februar 2026 im Alter von 86 Jahren aus dem Leben geschieden. In den Morgenstunden – so wird berichtet – sei sie 'in das unfassbare Leuchten des Herrn eingetreten'. Alois Gmeiner, ihr langjähriger Wegbegleiter und Redakteur, möchte mit diesen Zeilen seine Anerkennung und tiefe Dankbarkeit ausdrücken – insbesondere für die enge Kooperation bei der Buchreihe „Glaube und Psychotherapie“.

heute 12:58 Uhr | 4 mal gelesen

Vielleicht gibt es seltenere Kombinationen als medizinische Präzision und seelsorgerliche Tiefe – Dr. Hedwig Ücker-Geischläger verband beides. Mein erster Gedanke: Disziplin, fachliche Strenge, fast schon unerbittlich mit sich selbst, gleichzeitig aber immer offen für die Sorgen anderer Menschen. Ihre christliche Grundhaltung war nicht behäbiges Traditionsbewahren, sondern eine Suche: Wie gibt uns Spiritualität Kraft, gerade wenn alles zerbrechlich scheint? Ihre Faszination für das Wechselspiel aus Glauben und seelischer Gesundheit ist in den vergangenen drei Jahren besonders greifbar geworden – da entstand die zehn Bände umfassende Serie „Glaube und Psychotherapie“, aufgezeichnet aus langjährigen Seminaren im Windschatten des Stephansdoms. Leserinnen und Leser, welche die Werke kennen, erinnern sich heute vermutlich an ehrliche Dialoge, beherzten Praxisbezug und stille Tiefe zwischen den Zeilen. Alois Gmeiner, der die Projekte als Lektor begleitete, schildert: „Jede Begegnung war wie eine kleine Expedition; Hedwigs Offenheit hat mich immer aufs Neue beeindruckt.“ Ihr Tod kam unerwartet – mitten in kreativer Arbeit an zwei Folgetiteln. Ücker-Geischlägers Vermächtnis reicht spürbar über ihre Praxis hinaus: Bücher, Seminare, gelebte Spiritualität, ein feines Gespür für die Nöte und Hoffnungen ihrer Mitmenschen. Die Verabschiedung findet am 26. Februar 2026 auf dem Wiener Zentralfriedhof (Columbarium 68) statt, und Dompfarrer Toni Faber würdigt sie am 27. Februar mit einem Requiem im Stephansdom. Wer noch ein letztes Wort an sie richten oder Anteil nehmen möchte, kann über Alois Gmeiner Kontakt aufnehmen.

Dr. Hedwig Ücker-Geischläger bleibt als außergewöhnliche Ärztin und Pionierin an der Schnittstelle von Spiritualität, Psychotherapie und praktischer Lebenshilfe in Erinnerung. Ihr Lebenswerk, insbesondere die Buchreihe „Glaube und Psychotherapie“, entstand in jahrelanger Zusammenarbeit mit vielen Menschen und legte Wert darauf, seelisches Wohlbefinden über bloße Medizin hinaus zu betrachten. Gerade vor dem Hintergrund aktueller Debatten über die Bedeutung von Spiritualität im psychischen Heilungsprozess wird ihr Wirken weiterhin eine Rolle spielen, besonders in kirchlichen und interdisziplinären Kreisen. Ergänzend sei angemerkt: Laut aktuellen Berichten wächst das gesellschaftliche Interesse an der Verbindung von Religion, seelischer Gesundheit und integrativer Therapie. Forschungen unterstreichen, dass Glaube für viele Menschen eine wichtige Ressource darstellt und Diskussionen über seelsorgerliche Ansätze in medizinischen Kontexten an Bedeutung gewinnen – sowohl im Gesundheitswesen als auch in der öffentlichen Debatte. Gerade der Dialog zwischen Wissenschaft und Spiritualität wird vermehrt als gesellschaftlicher Auftrag verstanden, etwa im Kontext der Hospizbewegung, der Trauerbegleitung oder psychosozialen Beratung.

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