Stippvisite in der Konfliktzone: Klöckners Gaza-Besuch stößt Grünen sauer auf

Julia Klöckner (CDU) hat die israelisch kontrollierte Sperrzone am Gaza-Streifen inspiziert – das Timing und die Auswahl der Gesprächspartner sorgen für politische Spannungen.

heute 13:14 Uhr | 2 mal gelesen

Begleitet von Angehörigen der israelischen Armee verschaffte sich Bundestagspräsidentin Julia Klöckner am Donnerstag einen Eindruck in der sogenannten "gelben Zone", einem begrenzten Bereich des Gazastreifens unter israelischer Kontrolle. Schon einige Tage zuvor war sie in Israel unterwegs: zum einen im Parlament, dann an historischen Orten wie der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem und dem Gelände des ehemaligen Nova-Festivals. Die Reaktion aus der Politik ließ nicht lange auf sich warten. Franziska Brantner (Grüne), Ko-Vorsitzende der Partei, monierte das Vorgehen scharf. Ihr Hauptkritikpunkt: Klöckner habe zwar Präsenz in Gaza gezeigt, dabei aber den direkten Kontakt zur palästinensischen Bevölkerung offenbar unterlassen. Es sei wünschenswert, dass eine Bundestagspräsidentin nicht nur einseitige Perspektiven einhole: 'Eine gerechte und dauerhafte Lösung kann es nur geben, wenn beide Stimmen – also auch die der Palästinenser – wirklich gehört werden', so Brantner. Sie erinnerte Klöckner mahnend an deren besondere Verantwortung.

Klöckners Besuch in der südlichen Kontrollzone war nicht nur symbolisch aufgeladen, sondern wurde politisch prompt in Frage gestellt: Besonders von den Grünen, die ihr mangelnden Dialog mit der palästinensischen Seite vorwerfen. Solche Kritik scheint in den letzten Monaten verstärkt aufzutauchen, da immer mehr deutsche Politiker auf Reisen in problematische Regionen geraten – oft im Spannungsfeld zwischen diplomatischer Geste und tatsächlicher Gesprächsbereitschaft. Über den aktuellen Stand hinaus lohnt sich ein Blick in Nachrichtenquellen: Laut der Süddeutschen Zeitung verschärft sich derzeit die humanitäre Krise in Gaza weiter, selbst während Vertreter aus der internationalen Politik vor Ort sind (Stichwort: Versorgung, Bevölkerung, politische Rhetorik). Die FAZ hebt hervor, wie Israel angesichts fortdauernder Spannungen unter internationalem Druck steht, die Lage transparent zu machen und zusätzliche Diplomaten ins Grenzgebiet lässt. Zeit Online berichtet derweil über wachsende Frustration innerhalb der EU, da keine nachhaltigen diplomatischen Ansätze gefunden werden, um beide Konfliktseiten zu einer Verständigung zu bewegen.

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