Klare Wahl: António José Seguro neuer Präsident Portugals

Mit deutlichem Vorsprung setzt sich Sozialist António José Seguro gegen den rechten Herausforderer André Ventura durch und wird neues Staatsoberhaupt Portugals.

08.02.26 22:48 Uhr | 3 mal gelesen

Es ist entschieden: António José Seguro, Sozialist durch und durch, konnte die entscheidende Stichwahl am Sonntag souverän für sich verbuchen – trotz der teils aufgeheizten Stimmung im Land. Der Gegenkandidat André Ventura, der für eher rechte Töne bekannt ist, blieb im Endspurt hinter Seguro zurück, und das recht deutlich. Nach fast vollständiger Stimmenauszählung nähert sich Seguro erstaunlich präzise der magischen Zweidrittelmarke – was in Portugal tatsächlich ein politisches Ausrufezeichen ist. Bereits im Vorfeld, beim ersten Wahlgang, lag Seguro mit gut 31 Prozent klar vorn. Ventura brachte es damals noch auf 23,5 Prozent. Viel Spannung eigentlich, aber das Ergebnis der Stichwahl ließ wenig Raum für Zweifel.

Übrigens: Marcelo Rebelo de Sousa, der langjährige Präsident, durfte nicht nochmal ins Rennen gehen – eine Begrenzung auf zwei Amtszeiten hatte ihm einen weiteren Versuch verwehrt. Ein nicht ganz unwichtiger Nebenaspekt: Der Präsident hat, auch wenn es von außen oft nach einer Art Ehrenamt aussieht, durchaus gewisse Hebel in der Hand. Er schlägt den Premierminister vor, kann hohe Ämter in Armee oder Justiz vergeben, und im Extremfall sogar den Notstand erklären. Allerdings sind die repräsentativen Aufgaben oft präsenter, gerade in so ruhigen Zeiten, wie wir sie (bis gestern) kannten. Umso erstaunlicher, dass diese Wahl so viel Aufmerksamkeit erzeugt hat.

Der Sozialist António José Seguro hat sich mit einem überragenden Wahlergebnis als neuer Präsident durchgesetzt. Im zweiten Wahlgang erzielte er beinahe zwei Drittel aller Stimmen, während sein rechtsgerichteter Gegner, André Ventura, deutlich zurückfiel. Seguro wird damit Nachfolger von Marcelo Rebelo de Sousa, der nach zwei Amtszeiten nicht mehr antreten durfte. Der portugiesische Präsident hat, trotz vorrangig repräsentativer Rolle, einflussreiche Aufgaben wie die Ernennung des Premierministers und wichtiger Amtsträger, sowie das Recht, den Notstand auszurufen. In den letzten Tagen wurde in portugiesischen Medien besonders auf die deutliche Abgrenzung Seguros zu Ventura und dessen politischen Kurs verwiesen. Internationale Beobachter sehen in dem Sieg Seguros auch eine Absage an den Rechtspopulismus in Portugal. Des Weiteren wird erwartet, dass Seguro die Akzente eher auf Stabilität und sozialen Ausgleich setzen wird – ein dringend benötigtes Signal in wirtschaftlich wie politisch bewegten Zeiten.

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