Abschied vom Gästehaus: Bundesregierung zieht sich aus Schloss Meseberg zurück

Nach zwei Jahrzehnten beendet die Bundesregierung die Nutzung von Schloss Meseberg als repräsentatives Gästehaus. Was steckt dahinter – und was passiert mit dem geschichtsträchtigen Ort?

heute 15:13 Uhr | 6 mal gelesen

Wenn ich ehrlich bin: Schloss Meseberg kam mir immer vor wie ein seltsam fremdes Relikt in der politischen Inszenierung Berlins – ein Prachtbau, in dem sich Kanzler und Staatsgäste chic in Szene setzen konnten, jenseits des Hauptstadttrubels. Jetzt, so verkündet Regierungssprecher Stefan Kornelius lapidar, sei Schluss: Der Vertrag mit der Messerschmitt-Stiftung läuft ab Februar 2027 aus. Die Geschichte klingt fast ein bisschen nach Abschied auf Raten. Klar: Die Stiftung vermietete das Anwesen für den symbolischen Euro, aber alle echten Kosten – Wartung, Sicherheit, Instandhaltung – blieben an der Regierung hängen. Und zwar nicht zu knapp. Seid 2007 inszenierten sich hier, von Merkel bis Scholz, deutsche Kanzler mit illustren Gästen aus aller Welt. Mit den Jahren, so heißt es nun, hätten sich Besuchsgewohnheiten jedoch verschoben. Mehr Termine, hektischere Abläufe, weniger Lust auf den Umweg ins Brandenburger Hinterland. Die Distanz zum Berliner Zentrum wurde offenbar zur echten Hürde. Alles in allem, müsse man sich ehrlich fragen: Rechtfertigen Charme und Geschichte wirklich noch den Aufwand? Offenbar nicht mehr. Also wird künftig gespart – fast schon ein erfrischend pragmatischer Zug. Statt Meseberg sollen künftig wechselnde, thematisch passende Orte gewählt werden, ab 2028 kommt sogar ein Veranstaltungsbereich im neuen Kanzleramtsanbau dazu. Überraschend: Die Regierung schätzt, dass diese Lösungen sogar günstiger kommen als das traditionelle Schloss. Manchmal sind Abschiede eben einfach konsequent – und eröffnen neue Möglichkeiten. Was dann später mit dem barocken Kleinod passieren soll? Ach, da bleibt noch vieles offen. Aber vielleicht ist genau das auch die Würze im Lauf der Dinge: Geschichte schreibt sich nie zu Ende.

Die Bundesregierung beendet nach zwanzig Jahren die Nutzung von Schloss Meseberg als Gästehaus, weil die Kosten für Unterhalt, Betrieb und Sicherheit nicht mehr im Verhältnis zum Nutzen stehen und staatliche Termine mittlerweile selten dort stattfinden. Der Vertrag mit der Messerschmitt-Stiftung endet im Februar 2027, sodass sich die Regierung künftig flexiblere, kostengünstigere Veranstaltungsorte sucht – darunter eventuell auch der neu geplante Erweiterungsbau des Kanzleramts. Über die künftige Rolle des Schlosses gibt es noch Unklarheiten; eine Umnutzung oder Rückführung an die Stiftung ist möglich. Die letzten Recherchen zeigen, dass das Thema in der öffentlichen Debatte weiter Resonanz findet und laufend aktualisiert wird. Laut einem Bericht der 'Süddeutschen Zeitung' wurde das Schloss in den letzten Jahren kaum noch für politische Gipfel oder vertrauliche Gespräche genutzt, was die Entscheidung pragmatisch erscheinen lässt. Weitere Analysen, wie beispielsweise von 'Der Spiegel', betrachten die Aufgabe von Meseberg auch als Symbol für einen Wandel im politischen Stil: weniger Pomp, mehr Flexibilität. Manche Beobachter merken an, dass die Bundesrepublik künftig ohnehin wendigere diplomatische Formate braucht – nicht zuletzt wegen veränderter internationaler Dynamiken.

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