Neues syrisches Generalkonsulat in Bonn öffnet seine Türen

Am Donnerstag wird Bonn um eine diplomatische Institution reicher: Syrien eröffnet dort ein neues Generalkonsulat.

heute 18:01 Uhr | 2 mal gelesen

Ein Auge auf Bonn – am Donnerstag wird die Stadt um ein Stück internationale Präsenz erweitert. Laut Mitteilung der syrischen Botschaft an den 'Focus' soll Außenminister Asaad Hassan Al-Sheibani höchstpersönlich das Konsulat am 12. Februar einweihen. Schon in den letzten Wochen zog sich ein diplomatisches Raunen durch die Stadtverwaltung, denn im Januar hieß es, Syriens Regierung habe bei der Stadt angefragt, ob sich das frühere Botschaftsgebäude in der Andreas-Hermes-Straße für ein neues Konsulat eigne – der 'General-Anzeiger Bonn' hatte dazu berichtet. Das neue Generalkonsulat entlastet vermutlich die überlaufene syrische Botschaft in Berlin, die nach dem Bürgerkrieg 2024 von täglich Hunderten Syrern frequentiert wurde – vor allem für Passanträge und konsularische Angelegenheiten, wie ein Mitarbeiter bemerkt. Bonn und Umgebung bieten mit ihren fast 10.000 syrischen Staatsbürgern (Stand 2022) zudem einen passenden Standort; im ganzen Bundesland Nordrhein-Westfalen wohnen aktuell gut 288.000 Syrer. Nach dem Umbruch Ende 2024 in Syrien und personellen Veränderungen in der Berliner Botschaft – Baraa Shukri übernahm die Leitung von Abdulkareem Khawande – signalisiert die Konsulatseröffnung auch außenpolitische Neuaufstellung. Anders als Botschaften, die meist die diplomatischen Kanäle bedienen, kümmern sich Generalkonsulate vor allem um Visaanträge und die alltäglichen Belange der eigenen Landsleute – rein praktisch, aber für viele existenziell. Zur Erinnerung: Die syrische Botschaft in Berlin hatte infolge des Bürgerkriegs ab 2011 lange geschlossen und erst 2020 ihre Arbeit (ohne offizielle politische Kontakte zu Deutschland) wieder aufgenommen.

Mit der Eröffnung des Generalkonsulats in Bonn reagiert die syrische Regierung auf die steigende Nachfrage syrischer Staatsangehöriger nach konsularischen Dienstleistungen, die bislang die Botschaft in Berlin kaum bewältigen konnte. Nach dem Sturz des Assad-Regimes im Dezember 2024 erlebt das diplomatische Personal einen Generationswechsel, was auch die Entsendung von Baraa Shukri als neuen Geschäftsträger in Berlin widerspiegelt. Die Zusammenarbeit zwischen Syrien und Deutschland bleibt weiterhin auf konsularische und nicht auf politische Ebenen beschränkt, da die diplomatischen Beziehungen wegen des langjährigen Bürgerkriegs und der innenpolitischen Unsicherheiten in Syrien nach wie vor belastet sind. Neue Informationen bislang verfügbar: Die Lage in Syrien bleibt auch nach dem Machtwechsel instabil, wobei internationale Akteure einen vorsichtigen Dialog suchen. Einige Stimmen in der deutschen Politik und Zivilgesellschaft sehen die Wiedereröffnung syrischer Vertretungen mit einer Mischung aus Hoffnung und Skepsis, da einerseits konsularische Leistungen dringend benötigt werden, andererseits jedoch Zweifel am Tempo und an der Substanz des Übergangprozesses in Syrien bestehen. Indessen wird die Eröffnung des Generalkonsulats von der lokalen syrischen Gemeinschaft begrüßt, was sich sowohl in Bonn als auch im gesamten Bundesland Nordrhein-Westfalen bemerkbar macht.

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