Wichtige deutsche Botschafterposten neu besetzt: Wer wohin geht

Außenminister Johann Wadephul (CDU) stellt die Führung von sieben zentralen deutschen Auslandsvertretungen neu auf: Von Tel Aviv über Moskau bis Peking wechseln erfahrene Diplomaten auf Schlüsselpositionen.

heute 18:22 Uhr | 6 mal gelesen

Manchmal gleicht das diplomatische Personalkarussell einem Schachspiel mit überraschenden Zügen. Wie „Der Spiegel“ berichtet, hat Außenminister Johann Wadephul nun die nächste Runde dieser „Rotation“ angeschoben. Zumindest in Regierungskreisen ist man sich einig, dass der Wechselplan sinnvoll und überfällig ist – dieser soll schon Mittwoch im Kabinett abgesegnet werden, so heißt es. Genauer hinschauen lohnt sich: Alexander Graf Lambsdorff, bisheriger Botschafter in Moskau, soll künftig die Leitung in Tel Aviv übernehmen. Damit tritt er die Nachfolge von Steffen Seibert an, der, längst eine bekannte Figur aus den Merkel-Jahren, in den Ruhestand geht. In Moskau wiederum folgt Clemens von Goetze, der davor Mexiko-Stadt als Diplomat prägte und interessante Erfahrungen aus Tel Aviv, Peking und Tokio mitbringt. Mexiko-Stadt erhält mit Maria Margarete Gosse eine neue Leiterin – sie hatte zuletzt als Botschafterin Madrid vertreten und davor an zentraler Stelle im Auswärtigen Amt gewirkt. Wie ein Dominoeffekt zieht sich die Umbesetzung weiter: Heiko Thoms, überraschend erst kürzlich nach Kiew gewechselt, geht stattdessen nach Madrid. Wer seinen Posten in der Ukraine übernimmt – noch offen. In Neu-Delhi kommt Jasper Wieck an, der das Verteidigungsministerium verlässt und bereits Indien-Erfahrung mitbringt. Philipp Ackermann, der vorher in Indien tätig war, wechselt als deutscher Spitzenvertreter nach Peking. Seine Vorgängerin dort, Patricia Flor, verschlägt es nun wiederum nach Brasilia. Auch sie bringt einen enormen Fundus an internationaler Erfahrung mit, von Tokio bis zu den Vereinten Nationen. All diese Wechsel erfolgen nicht einfach „auf Zuruf“ – erst müssen die Gastländer zustimmen. Etwas Bürokratie darf dabei nicht fehlen: Wie das Auswärtige Amt mitteilt, gibt es jedes Jahr einen festen Versetzungstermin, zu dem zahlreiche Diplomaten umziehen. Formal läuft das nach den Spielregeln des Wiener Übereinkommens von 1961: Zuerst wird die jeweilige Regierung des Gastlandes gefragt, ob sie den designierten Botschafter akzeptiert. Erst nach dieser Zustimmung gibt es grünes Licht – ein traditionelles Protokoll, das von Diskretion und gegenseitigem Respekt geprägt ist. Bis dahin bleibt vieles im Ungefähren – und manche Personalie vielleicht länger geheim, als manchen Beobachtern lieb ist.

Im Auswärtigen Amt ist es wieder soweit: Sieben Spitzenposten deutscher Botschaften werden auf einen Schlag neu besetzt. Mit Alexander Graf Lambsdorff, Clemens von Goetze, Maria Margarete Gosse, Heiko Thoms, Jasper Wieck, Philipp Ackermann und Patricia Flor werden allesamt erfahrene Diplomaten in einige der wichtigsten Länder entsandt. Besonders auffällig: Einige Personalwechsel waren in der Form nicht unbedingt absehbar – etwa der rasche Wechsel von Heiko Thoms nach Madrid, nachdem er erst kürzlich nach Kiew gekommen war. Das Auswärtige Amt folgt damit der Tradition regelmäßiger Rotationen und setzt auf routinierte Führungskräfte, deren Expertise zum Teil über Jahrzehnte gewachsen ist. Recherchen zeigen, dass diese Rotation Teil eines umfassenderen Trends im diplomatischen Dienst ist, der Flexibilität und Anpassungsfähigkeit der deutschen Außenpolitik unterstreichen soll. Besonders bemerkenswert ist, dass einige dieser neuen Botschafter bereits zuvor in den betreffenden Ländern gearbeitet haben oder anderweitig mit deren politischen Spezifika vertraut sind. Medienberichte, etwa in der FAZ, heben zudem die Bedeutung der personellen Kontinuität an Auslandsvertretungen hervor, vor allem in geopolitisch angespannten Zeiten. Währenddessen wird unter anderem in der Zeit und im Spiegel über die innenpolitische Bedeutung solcher Personalentscheidungen diskutiert – sie gelten als Barometer für Prioritäten der aktuellen Regierung. Die Praxis der vorherigen Zustimmung der Gastländer („Agrément“) bleibt ein zentraler, oft wenig sichtbarer, aber entscheidender Baustein des diplomatischen Geschäfts.

Schlagwort aus diesem Artikel