Lokführer kritisieren Bahn-Angebot: Sechs Prozent reichen nicht

Die Deutsche Bahn macht den Lokführern mit einem ersten Gehaltsangebot Hoffnung auf Annäherung – doch die Gewerkschaft winkt vorerst ab.

heute 17:57 Uhr | 2 mal gelesen

Nun also ein erstes Zahlenpaket von der Bahn: 3,8 Prozent mehr Lohn, aufgepeppt mit zusätzlichen 2,2 Prozent, die formell als "Strukturanpassung" verkauft werden. Obendrauf gibt’s (etwas für die Sofort-Kasse) eine Einmalzahlung von 400 Euro. Offiziell lobt DB-Personalvorstand Martin Seiler das Paket als "substanziell" und "einladend", immerhin bilde man Kernforderungen der Lokführer-Gewerkschaft GDL ab. Und ganz ehrlich: Stabilität für 30 Monate klang selten so nach trockenem Verwaltungsdeutsch. Das Problem? Die Führungsspitze der GDL bleibt skeptisch. Mario Reiß, der neue starke Mann am Verhandlungstisch, hält die sechs Prozent für schöngerechnet – angesichts der langen Laufzeit relativiere sich der Effekt. Noch nicht mal ein echter Inflationsausgleich, kritisiert er, rein rechnerisch werde „unter der Rentenwirksamkeitshürde“ herumgeeiert. Immerhin: Die Gespräche gehen weiter, ein kompletter Abbruch steht nach jetzigem Stand nicht im Raum. Aber Reiß macht klar: Ohne Nachbesserungen beim Zeithorizont, bei Details der Struktur und tatsächlicher Wirkung werde das nichts mit einem Abschluss. Bis Ende Februar bleibt das Streik-Damoklesschwert übrigens in der Scheide – Friedenspflicht, wie das im Tarifsprech so schön heißt.

Die Deutsche Bahn hat ein erstes Angebot zur Tariferhöhung vorgelegt, das eine Gesamterhöhung von sechs Prozent über 30 Monate sowie eine Einmalzahlung von 400 Euro vorsieht. Die Gewerkschaft der Lokführer (GDL) kritisiert vor allem die lange Laufzeit und sieht im Angebot keinen ausreichenden Inflationsausgleich oder rentenwirksamen Fortschritt. Auch aktuelle Berichte anderer Medien zeigen, dass die Bahntarifverhandlungen auf wackeligem Boden stehen, die GDL mit Nachdruck substanzielle Verbesserung einfordert und die Unsicherheit über drohende Arbeitskämpfe bei Beschäftigten und Fahrgästen weiter für Nervosität sorgt. In den neuesten Medienanalysen wird zudem darauf hingewiesen, dass etwaige Streiks den Personen- wie auch Güterverkehr empfindlich treffen könnten und die Debatte um Attraktivität des Bahnberufs auch im Kontext von Personalmangel und Arbeitsbedingungen geführt wird.

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