Am Dienstag kroch die Nachricht wie ein unangenehmes Geräusch durch die Flughallen: Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hat einen umfassenden Streik für den gesamten Donnerstag angekündigt. Von ein Uhr nach Mitternacht bis zu Mitternacht am selben Tag soll bei Lufthansa und Lufthansa Cargo kein Pilot eine Hand an den Steuerknüppel legen – der Betrieb steht im Prinzip still. Der Kern der Auseinandersetzung? Wieder einmal das liebe Geld, speziell die Altersversorgung: VC fordert von Lufthansa, dass sie ihre Beiträge für die Betriebsrente deutlich erhöht. Die Geschäftsführung hingegen hält dagegen – ihrer Meinung nach sind die Forderungen überzogen und schlicht zu kostspielig, gerade in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit. Aber es bleibt, wie es selten bleibt: Auch die Kabinencrew mischt sich ein, vertreten durch die Flugbegleitergewerkschaft Ufo. Sie will am selben Tag – exakt im selben Zeitraum – sämtliche Abflüge der Deutschen Lufthansa AG aus Frankfurt und München bestreiken. Die Gründe? Ufo wirft der Führungsetage vor, auf keinen der Vorschläge zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen für das Kabinenpersonal einzugehen. Im Gegenteil, man arbeite eher daran, bestehende Schutzrechte noch weiter auszuhöhlen. Was das für Passagiere bedeutet, mag man sich lieber nicht ausmalen – jedenfalls wird der Donnerstag am Himmel über Deutschland eher still bleiben.
Bei der Lufthansa droht am Donnerstag ein großangelegter Streik, der sowohl die Piloten als auch das Kabinenpersonal betrifft. Die Gewerkschaften Vereinigung Cockpit und Ufo möchten durch den Arbeitskampf höhere Arbeitgeberbeiträge zu den Betriebsrenten und insgesamt bessere Arbeitsbedingungen für ihre Mitglieder durchsetzen. Die Lufthansa hingegen verweigert diese Zusagen wegen der hohen Kosten und will sogar bestehende Schutzregelungen einschränken. Experten sprechen angesichts der Streikankündigung von einem der größten Arbeitskämpfe im deutschen Luftverkehr in den letzten Monaten. Nach Berichten in aktuellen Medien soll ein Großteil der angepeilten 800 Flüge bundesweit ausfallen, was Auswirkungen auf Zehntausende Passagiere haben könnte. Das Thema sorgt weit über Deutschland hinaus für Diskussionen, da gerade in der Ferienzeit viele Fluggäste vor ungewissen Reiseplänen stehen. Die Fronten zwischen den Arbeitnehmervertretungen und der Lufthansa-Führung erscheinen bislang verhärtet.