Entschieden gegen alltägliche Gewalt: Handeln statt Wegschauen

Berlin – Die jüngst vorgestellten Ergebnisse der Dunkelfeldstudie "LeSuBiA" machen alarmierend deutlich: Gewalt ist in Deutschland weit verbreitet und bleibt meistens unsichtbar. Vor allem Frauen, junge Menschen, Personen mit Migrationsgeschichte sowie LSBTIQ*-Menschen sind überdurchschnittlich oft betroffen – und das Schlimme: Die meisten Fälle werden nie zur Anzeige gebracht.

heute 17:10 Uhr | 3 mal gelesen

Manchmal hat man fast das Gefühl, Gewalt wäre in Deutschland eine unsichtbare Epidemie, so stumm und allgegenwärtig ist sie. Laut der Sprecherin der SPD für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Jasmina Hostert, klafft in Sachen Opferschutz ein beunruhigendes Loch. Wenn zum Beispiel 95 Prozent der körperlichen Übergriffe in Beziehungen ungemeldet bleiben, sprechen wir längst nicht mehr von Einzelfällen, sondern von Fehlern im System. Betroffene brauchen Rückendeckung – und zwar dringend. Die Einführung eines neuen, bundesweit geltenden Gewalthilfegesetzes soll hierfür endlich die Grundlage schaffen. Gleichzeitig braucht es mehr Schutzräume, mehr Frauenhäuser, spezialisierte Beratungsstellen und ein Hilfesystem, das nicht im Kleingedruckten versickert. Aber damit allein ist es nicht getan: Schon bei der Ausbildung von Polizei und Justiz muss angesetzt werden – verpflichtende Schulungen für den Umgang mit partnerschaftlicher und digitaler Gewalt können dafür sorgen, dass diese Themen im Ernstfall nicht übergangen werden. Und auch die Prävention gehört in den Fokus: Ob in Schulen, Jugendzentren oder im Netz – je eher man das Bewusstsein für toxische Dynamiken schärft, desto besser. Was viele vielleicht nicht wissen: Jugendliche und junge Erwachsene, besonders junge Frauen, sind laut Studie auffällig häufig Zielscheibe von Belästigungen und digitalen Angriffen. Das darf kein Normalzustand sein. Gewalt ist eben nicht rein privat, sondern zerstört Freiheit, Sicherheit und Gerechtigkeit. Neben all diesen Forderungen bleibt auch die Erkenntnis, dass strukturelle Ungleichheiten – Sexismus, starre Rollenmuster, fehlende Gleichbehandlung – ein Nährboden für Gewalt sind. Wer Gewalt bekämpfen will, muss an diese Wurzeln ran. Fazit: Die SPD-Bundestagsfraktion will die Studie nutzen, um nachhaltigen Schutz für alle Bürger_innen zu schaffen. Und das darf ruhig mal laut gesagt werden.

Die Dunkelfeldstudie "LeSuBiA" beleuchtet das erschreckende Ausmaß von alltäglicher Gewalt in Deutschland, von der vor allem vulnerable Gruppen wie Frauen, Jugendliche, LSBTIQ*-Personen und Menschen mit Migrationserfahrung betroffen sind. Besonders gravierend ist, dass der Großteil der Übergriffe nie aktenkundig wird – das betrifft sowohl körperliche, psychische als auch digitale Gewalt. Die SPD setzt sich deshalb für ein umfassendes Gewalthilfegesetz, bessere Schutzstrukturen, mehr Präventionsarbeit und verpflichtende Fortbildungen ein, um nicht nur akute Gefahren zu bekämpfen, sondern strukturelle Ursachen wie Sexismus und diskriminierende Gesellschaftsbilder aufzubrechen. Recherchen ergeben, dass zahlreiche Debatten über häusliche Gewalt, Schutzmaßnahmen für Betroffene sowie neue Anläufe für digitale Prävention aktuell das mediale und politische Klima bestimmen. So diskutieren mehrere Bundesländer über höhere Investitionen in Frauenhäuser und bessere Unterstützungssysteme. Zugleich warnen Forschende und NGOs davor, die Digitalisierung von Gewalt (etwa durch Cybermobbing) zu unterschätzen, da diese immer mehr Betroffene in zuvor vermeintlich sicheren Räumen trifft.

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