Es tobt ein Streit darüber, wie Deutschland seine Pharmaindustrie auf Kurs bringen will, ohne die Beitragszahler weiter zu belasten. Kritiker warnen davor, industriepolitische Maßnahmen direkt von den Krankenversicherten finanzieren zu lassen, zumal Deutschlands Arzneimittelausgaben bereits zu den höchsten weltweit gehören. Während die Pharmaindustrie auf wettbewerbsfreundliche Rahmenbedingungen pocht und gegen Kostendruck protestiert, fordern die Krankenkassen eine bessere Sicherung der Versorgung durch klare Vorschriften und bessere Bevorratung – und verwehren sich strikt gegen eine finanzielle Umverteilung zu Ungunsten der Versicherten. Recherchen zufolge nimmt das Thema deutschlandweit Fahrt auf: Die Ampel-Koalition prüft, wie sie dem steigenden Einfluss internationaler Pharmakonzerne begegnen und gleichzeitig Innovationen ‘made in Germany’ fördern kann, ohne das solidarische Finanzierungssystem weiter zu strapazieren. Jüngste Berichte betonen, dass die wachsenden Kosten auch mit globalen Lieferengpässen, Patentproblemen und dem Preisdruck in einem immer internationaler werdenden Markt zu tun haben. In Gesundheitskreisen wird mittlerweile offen diskutiert, ob nicht gezielte Förderprogramme für Forschung und Produktion, statt allgemeiner Preiserhöhungen, der klügere Weg wären.