ICE räumt Minnesota: Warum die US-Grenztruppe ihren Einsatz zurückfährt

Nach andauernden und lautstarken Protesten zieht die umstrittene US-Behörde ICE ihre Einsatzkräfte größtenteils aus Minnesota ab.

heute 16:02 Uhr | 2 mal gelesen

Am Donnerstag ließ der zuständige Grenzbeauftragte des Weißen Hauses, Tom Homan, verlautbaren, dass ICE den Großteil seiner Truppen aus Minnesota abzieht – ein durchaus überraschender Schritt nach heftigen Auseinandersetzungen. Bis zu 3.000 Einsatzkräfte waren zur Hochphase der Maßnahme in die Region verlegt worden, was das gesellschaftliche Klima erheblich anheizte. Homan, der erst Ende Januar die Leitung übernommen hatte, kam bereits Anfang Februar nicht umhin, aufgrund der dramatischen Ereignisse – darunter die tödlichen Schüsse auf zwei Demonstrierende – erste Beamte abzuberufen. Trotzdem bleibt er dabei: der Einsatz sei ein Erfolg gewesen, weil Minnesota nun weniger attraktiv für kriminelle Kreise sei (was natürlich streitbar ist). Ganz verschwinden wird ICE indes nicht: eine ‚Handvoll‘ Kräfte soll weiterhin verbleiben, wobei niemand so genau weiß, wie viele das wirklich sind. Im Regelfall sorgt ICE dort mit etwa 150 Leuten für Zuwanderungskontrolle, aber jetzt? Alles wieder ungewiss. Bemerkenswert, wie schnell durch öffentlichen Druck politische Rhetorik ins Wanken gerät – und plötzlich werden Handlungen vorgenommen, die vor Kurzem noch ausgeschlossen schienen.

Die US-Immigrations- und Zollbehörde ICE zieht nach massiven Protesten einen Großteil ihrer Beamten aus Minnesota ab, ein Schritt, der sowohl von Befürwortern als auch von Kritikern der Migrationspolitik aufmerksam verfolgt wird. Die Operation war überschattet von tödlicher Gewalt, nachdem zwei Demonstrierende durch Schüsse getötet wurden, was die politische Lage weiter zuspitzte. Obwohl Teile der Behörde vor Ort bleiben, gilt der Rückzug als Erfolg des öffentlichen Protests; gleichzeitig löst er Unsicherheit über die künftige Einwanderungskontrolle in Minnesota aus. Aktuelle Medienberichte zeigen, dass ähnliche Protestbewegungen gegen die harte Gangart von ICE auch andernorts in den USA zunehmen, während zugleich die politische Debatte um Sanctuary Cities und bundesstaatliche Autonomie erneut entflammt (vgl. www.spiegel.de, www.taz.de). In einem breiteren Kontext sehen Expert*innen das Agieren von ICE zunehmend kritisch und mahnen zu mehr Transparenz und Respekt gegenüber den Rechten von Migrant*innen. Weitere aktuelle Berichte unterstreichen, dass die innenpolitische Stimmung in den USA in Bezug auf Einwanderung weiterhin äußerst angespannt bleibt.

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