Deutsche Politiker pochen auf Prüfung von Epstein-Enthüllungen

Nach der Veröffentlichung neuer US-Dokumente im Fall Epstein fordern Bundestagsabgeordnete gezielte Ermittlungen durch die deutschen Strafverfolgungsbehörden. Das Augenmerk liegt nicht nur auf möglichen deutschen Verflechtungen, sondern auch auf Gefahren für Sicherheit und politische Integrität.

heute 08:03 Uhr | 3 mal gelesen

Wenn es um prickelnde Machtspiele jenseits des Atlantiks geht, zuckt man in Berlin – zumindest politisch – relativ schnell zusammen. Die jüngsten US-Dokumente zu Jeffrey Epsteins dubiosem Netzwerk sorgen jedenfalls für Bewegung: Bundestagsabgeordnete wie Konstantin von Notz (Grüne) verlangen, dass die Staatsanwaltschaften hierzulande ein wachsames Auge auf die „Epstein-Akten“ werfen und ggf. US-Stellen um weitere Auskünfte bitten. Von der Regierung will er zudem wissen, ob dem Verfassungsschutz oder anderen Behörden schon Informationen über Epsteins Untergrundzirkel beziehungsweise internationale Verbindungen vorliegen. Auch CDU-Mann Marc Henrichmann liest zwischen den Zeilen großes Sprengstoffpotenzial: Schließlich könnten Entscheider*innen aus Wirtschaft, Politik oder Gesellschaft irgendwo zwischen Kompromittierung und Erpressung geraten sein – ein Aspekt, der für Deutschlands und Europas Sicherheit durchaus Folgen hätte. Fragen im Parlament stehen daher an; der Sicherheitsapparat wird Rede und Antwort stehen müssen. SPD-Sprecher Sebastian Fiedler wiederum bleibt vorsichtig, schließt aber deutsche Berührung nicht aus. Angesichts europaweiter Verkettungen sei ein „deutscher Bezug“ alles andere als abwegig. Falls bei Ermittlungen Verdachtsmomente auftauchen, müsse man eng mit den USA kooperieren. Zuletzt gibt’s noch einen Blick auf die geheimdienstliche Seite der Angelegenheit: Sollte sich die von Polen geäußerte Vermutung einer russischen Einflussnahme bestätigen – eine mindestens beunruhigende Vorstellung –, gäbe das diverse neue Baustellen, nicht nur in Berlin. Was am Schluss bleibt? Ein ziemliches Knäuel offener Fragen, das noch viele Runden drehen wird.

Die Debatte um den Fall Epstein zieht nun auch in Deutschland Kreise, nachdem führende Sicherheitspolitiker im Bundestag die genaue Auswertung neu veröffentlichter US-Dokumente fordern. Im Fokus stehen potenzielle Netzwerkstrukturen und mögliche Einflussnahmen, die auch deutsche Machteliten berührt haben könnten. Neuere Medienrecherchen legen Verbindungen Epsteins zu einflussreichen Personen in ganz Europa nahe, was deutschen Ermittlern neuen Handlungsdruck verschafft. Zudem werden Zusammenhänge zu internationalen Einflussoperationen, etwa durch russische Akteure, diskutiert. Laut aktuellen Berichten haben die deutschen Sicherheitsbehörden die neuen US-Erkenntnisse noch nicht vollständig ausgewertet; sowohl Bundestag als auch Medien drängen auf mehr Transparenz und internationale Kooperation.

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