Ehrlich gesagt, wer in diesen Tagen glaubt, Russland gehe es in Abu Dhabi um echte Verhandlungen, sitzt vermutlich einer Illusion auf. Jürgen Hardt bringt es ziemlich nüchtern auf den Punkt: Die Gespräche sind vor allem ein Manöver, der eigentliche Kurs bleibt unverändert – Unterwerfung der Ukraine und das Schwächen Europas. Hardts Hoffnung, dass die USA, vor allem mit Blick auf Trump, sich nicht auf Scheinlösungen einlassen, klingt dabei fast schon flehend. Und dann gibt es auch die mahnenden Stimmen aus der SPD: Adis Ahmetovic fordert eine echte Waffenruhe, keine leeren Rituale – alles müsse auf ein nachhaltiges und gerechtes Friedensmodell hinauslaufen. Symbolhandlungen oder Lösungen über die Köpfe der Ukrainer hinweg dürften keine Option sein. Und sollten die Verhandlungen wieder zu wenig bringen, sieht Ahmetovic Europa in der Pflicht: Mehr Sanktionen, vielleicht auch die USA noch stärker in die Verantwortung drängen. Übrigens – die Verhandlungen starten am Mittwoch und dauerten voraussichtlich zwei Tage. Mal sehen, worauf es am Ende hinausläuft. Irgendwie bleibt das alles zwischen Hoffnung und Ernüchterung.
Im Zentrum der anstehenden Gespräche in Abu Dhabi stehen Misstrauen und Skepsis: Russland wird vorgeworfen, Jahr für Jahr gezielt zivile Infrastruktur in der Ukraine anzugreifen, um die Moral der Bevölkerung im Winter zu brechen. Trotz internationalem Druck auf Verhandlungen mehren sich Stimmen, die von symbolischen Formaten abraten und stattdessen konkrete, gerechte Lösungen für die Ukraine fordern – insbesondere angesichts der aktuellen militärischen Lage, die wenig auf echten Verhandlungswillen des Kremls schließen lässt. Laut neuesten Berichten haben Angriffe auf ukrainische Energieanlagen in den letzten Wochen noch einmal stark zugenommen. Zeitgleich wird in Brüssel erneut über Sanktionen debattiert, während einige EU-Länder auf eine aktivere Rolle der USA drängen; auch die Frage, inwiefern Friedensgespräche militärische Vorteile für Russland bringen könnten, gewinnt in den politischen Debatten an Gewicht.