Heftige Kritik an Fifa: Özoguz gegen Rückkehr russischer Teams auf die Fußball-Bühne

Aydan Özoguz, die Vorsitzende des Sportausschusses im Bundestag, distanziert sich scharf von Fifa-Chef Gianni Infantinos jüngster Idee: Russische Mannschaften sollen wieder international antreten dürfen – ein Vorschlag, der bei ihr auf der sprichwörtlichen Roten Karte stößt.

heute 08:01 Uhr | 3 mal gelesen

Es klingt beinahe zynisch: Gerade jetzt, während Russland die Angriffe auf die Ukraine keineswegs drosselt, sondern im Gegenteil mit Nachdruck fortsetzt, spricht der Fifa-Präsident davon, russische Teams in den internationalen Fußball zurückzulassen. Özoguz sieht darin mehr als bloß einen sportlichen Fehltritt – es wäre nach ihrer Ansicht ein katastrophales Signal an die ganze Welt. Man muss sich nur vorstellen, wie bitter dieser Gedanke gerade für die Menschen in der Ukraine schmeckt: Tag für Tag bombardiert, ohne Strom, ohne Wasser, während zwischen diplomatischen Worthülsen das Leben vieler in den Ruinen hängt. Dass Russland ausgerechnet in einer solchen Situation wieder auf die größte Sportbühne darf? 'Da verabschiedet sich der Sport von seinen eigenen Prinzipien', meint Özoguz nüchtern. Fußball – der ja weltweit vielleicht wie keine zweite Sportart Menschen verbindet – könne und dürfe sich seiner Verantwortung nicht entziehen. Doch Infantino? Der habe den moralischen Kompass offenbar irgendwo am Spielfeldrand verloren. Was ist ein Sieg auf dem Rasen wert, wenn daneben das Leid triumphiert?

Aydan Özoguz wirft der Fifa und deren Präsident Gianni Infantino vor, mit der angedachten Rückkehr Russlands in den internationalen Fußballbetrieb eine fatale Entscheidung zu treffen. Ihrer Ansicht nach steht die Eskalation des Krieges in der Ukraine und die damit verbundene humanitäre Notlage im krassen Widerspruch zu einer solchen Rehabilitierung russischer Verbände. Viele Experten und Sportfunktionäre schließen sich der Kritik an, denn ein schlichtes Weiterspielen zur Tagesordnung könnte den Eindruck erwecken, politische Gewalt werde im Sport ignoriert oder gar legitimiert. In den letzten Tagen mehren sich Stimmen, die fordern, dass sich Sportverbände aktiver für Menschenrechte engagieren müssen – nicht nur als Lippenbekenntnis, sondern durch konsequentes Handeln. Interessant ist auch die Debatte, in welchem Ausmaß Sport und Politik tatsächlich voneinander trennbar sind: Während Infantino auf Unabhängigkeit pocht, betonen Kritiker weltweit die gesellschaftliche Verantwortung großer Sportorganisationen.

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