Manchmal fragt man sich ja, wie lange sich Betriebe und Kundschaft das noch gefallen lassen: Diese endlosen politischen Debatten um das Gebäudeenergiegesetz machen anscheinend nicht nur Häuslebauer nervös, sondern bringen auch die Handwerker gewaltig ins Schwitzen – und nicht nur wegen der sommerlichen Temperaturen. Jörg Dittrich, seines Zeichens Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks, bringt es auf den Punkt: 'Es wäre ein Segen, wenn mal eine Entscheidung fiele und die Regeln dann auch gelten.' Tatsächlich scheint im Hintergrund ein permanentes Rätselraten zu herrschen, ob, wie und wann sich die Rahmenbedingungen ändern. Wer etwa heute eine Wärmepumpe plant, weiß meist nicht, ob morgen darauf noch die Förderung steht – oder ob politischer Aktionismus wieder alles auf null setzt.
Spannend auch Dittrichs Überlegung: Wenn die lange angekündigte Senkung des Strompreises realisiert wird, könnte sich der bürokratische Förderdschungel fast von selbst lichten – warum auch noch Zuschüsse beantragen, wenn die laufenden Kosten endlich im Rahmen bleiben? Klingt einleuchtend, aber: Papier ist bekanntlich geduldig, vor allem wenn es um politische Versprechungen geht.
In der aktuellen Debatte rund um das Gebäudeenergiegesetz ist die Unsicherheit groß, was auch klar aus Dittrichs Statements hervorgeht. Er fordert vor allem Verlässlichkeit für die Handwerksbetriebe, die ihre Planungen teilweise auf Jahre hinaus anlegen müssen und durch politische Zickzack-Kurse immer wieder ausgebremst werden. Auch in diversen aktuellen Medienberichten wird deutlich: Die schleppende Einigung bei der Gesetzesreform sorgt für Frust und Nervosität in der gesamten Branche, gerade weil viele Investitionsentscheidungen auf Eis liegen. Tatsache ist, die Reform ist ein Dauerthema – auch, weil sozial- und klimapolitische Forderungen immer wieder gegeneinander ausgespielt werden. Interessanterweise mehren sich Stimmen, die einen klareren Fokus auf Strompreissenkungen fordern, um Technologien wie Wärmepumpen tatsächlich attraktiv zu machen. Ein Blick auf die jüngsten politischen Entwicklungen zeigt: Große Fortschritte sind kurzfristig nicht zu erwarten, während insbesondere das Handwerk und die Verbraucher nach wie vor im Unklaren schweben.