Manchmal scheinen sich die Kreise des Lebens so zu schließen, als gäbe es einen verborgenen Plan. Franz Klammer, der 'Skikaiser', stand wieder im Rampenlicht – exakt fünf Jahrzehnte nach seinem triumphalen Ritt am Patscherkofel. 1976: Klammer, damals ein junger Wilder, rast mit der 15 auf der Startliste und viel Rückenwind durch ein Meer von 60.000 jubelnden Menschen zum Olympiagold, knappe 33 Hundertstel vor Bernhard Russi, mit spektakulärem Stil und Nerven wie Drahtseile.
Jetzt, 50 Jahre später, trifft sich in Innsbruck die Crème de la Crème der Skiszene erneut. Viele Legenden der Abfahrt, auch ehemalige Rivalen wie Russi, sind gekommen, um die Erinnerungen aufleben zu lassen – doch diesmal bleibt die Strecke friedlich, die Stimmung vielleicht sogar noch wärmer. Beachtlich das Sammelergebnis: Beim Charity Dinner für Klammers Stiftung kommen sagenhafte 183.000 Euro zusammen, Geld, das an nächste Generationen und an Sportler*innen in schwierigen Lebenslagen weiterfließt. Namen wie Annemarie Moser-Pröll, Maria Riesch oder der Schauspieler Tobias Moretti zeigen: Es ist ein Fest für Stars, aber auch für den guten Zweck.
Franz Klammer selbst gibt seinem Jubiläum eine nachdenkliche Note. Dankbarkeit klingt durch, wenn er gesteht, wie viel ihm Innsbruck bedeutet: Karriere, Glück, Freundschaften – und die Chance, etwas zurückzugeben. Heute bohrt niemand nach Sekundenrückständen, vielmehr steht das Miteinander im Mittelpunkt. Originalbefahrungen, Zeitzeugengespräche, ein Legendenrennen und sogar eine Kinovorstellung lassen Vergangenheit und Gegenwart verschmelzen.
Die Franz Klammer Foundation, 1998 gegründet, hilft Sportlern in Notlagen oder jenen, die sowieso nicht mit goldenem Löffel geboren wurden. Fast 400 Menschen wurden bisher unterstützt, über 3,7 Millionen Euro konnten verteilt werden. Die Steuervergünstigung, die durch den Bescheid des Finanzministeriums besteht, dürfte auch den ein oder anderen großzügig stimmen – zumindest hofft man das. Franz Klammer, so viel ist nach diesem Abend klar, hat gewonnen – nicht nur Rennen, sondern auch viele Herzen.
Das 50-jährige Jubiläum von Franz Klammers legendärem Olympiasieg in Innsbruck 1976 wurde mit zahlreichen Sportgrößen und Unterstützern begangen. Neben reichlich Nostalgie stand die Wohltätigkeit im Vordergrund: Beim Galaabend kamen 183.000 Euro für die gemeinnützige Foundation des ehemaligen Abfahrtsstars zusammen. Klammer blickte bewegt auf seine Karriere zurück und betonte, wie wichtig es ihm sei, aus Dankbarkeit anderen Sportlern zu helfen.
Aktuelle Recherchen zeigen, dass der Wintersport weiterhin im Fokus steht: Die Süddeutsche berichtet über die Debatte um Nachhaltigkeit bei Wintersportevenen und das Spannungsfeld zwischen Tradition und Klimawandel. Taz thematisiert die prekäre Lage von Nachwuchssportlern, die häufig auf Unterstützung angewiesen sind, kritisiert aber zugleich ungleiche Chancen und mediale Beachtung (beides auf www.sueddeutsche.de und www.taz.de, Stand Juni 2024). Der Fokus auf gemeinnützige Initiativen im Sport nimmt zu, da zahlreiche Stiftungen, ähnlich wie die von Klammer, soziale Verantwortung übernehmen und finanzielle Hilfen gerade auch in unsicheren Zeiten unentbehrlich scheinen.