Betritt man einen Wald, ist es fast, als atmete man plötzlich ruhiger. Die Geräusche der Stadt verstummen, die Gedanken driften mit dem Wind – kaum zu glauben, wie beruhigend das sein kann. Und: Was wie Poesie klingt, unterliegt längst auch der Logik von wissenschaftlichen Studien, die belegen, dass Wälder viel mehr sind als bloße Kulisse.
In Ostbayern haben vier Orte – Bad Füssing, Bad Kötzting, Bad Birnbach und Bad Neualbenreuth – den Trend erkannt und konsequent umgesetzt. Nah am Menschen, aber mit Blick fürs große Ganze. Sie setzen auf gezielte Angebote, die den Aufenthalt im Kur- und Heilwald bewusst ins gesundheitliche Zentrum stellen: Waldbaden, Atemtrainings, Achtsamkeitsspaziergänge – die frische Brise gibt’s gratis dazu.
Die Idee ist: Den Wald als therapeutischen Raum zu erleben. In Japan nennt man das schon länger Shinrin Yoku – und im Grunde haben es die Menschen hierzulande auch immer schon gespürt, nur fehlte das Zertifikat. Heute gibt es in Bayern 13 offiziell anerkannte Kur- und Heilwälder. Wer mitmacht, spürt nachweislich weniger Stress, ruhigeren Puls und stärkere Konzentration. Manchmal reicht es sogar, barfuß über Moosteppiche zu laufen oder den harzigen Duft einzuatmen, um sich geerdet zu fühlen.
Und die Angebote? Von geführten Achtsamkeitstrainings über Meditation bis zu kleinen Abenteuern am Waldboden: Keine durchgetaktete Kur, sondern ein individuelles Erleben. Die Trainer wissen, wie man wieder ins Hier und Jetzt kommt – von Stock zu Ast, Schritt für Schritt.
Ach so, das Zertifikat: Der Bayerische Heilbäder-Verband vergibt gemeinsam mit dem Kompetenzzentrum für Waldmedizin die begehrten Auszeichnungen, damit Besucher sicher sein können, dass der Wald nicht nur schön, sondern auch wirklich gesund macht. Wenn also jemand fragt, ob Waldbaden hilft – einen Versuch unter Bäumen ist es allemal wert.
Wälder sind längst mehr als Spazierwege: Gerade in Ostbayern werden Kur- und Heilwälder aktiv in Prävention und Therapie eingebunden – und dabei nicht nur traditionell, sondern mit modernen Methoden. Aktuelle Recherchen zeigen, dass Waldtherapie bundesweit an Bedeutung gewinnt: So berichtet die Süddeutsche Zeitung von neuen wissenschaftlichen Pilotstudien, die Effekte auf das Immun- und Nervensystem zeigen und fordern, Wald als festen Bestandteil in Kurleistungen zu integrieren (Quelle: Süddeutsche Zeitung). Die ZEIT beleuchtet, dass etwa das Bundesforschungsministerium 2024 erstmals gezielt Mittel für Waldbaden-Projekte bereitstellt und der Trend zu "Gesundheitstourismus im Wald" viele klassische Kurorte inspiriert (Quelle: Die Zeit). Auf t3n.de geht es sogar um digitale Angebote, mit denen Waldgesundheitskurse zukünftig ins Homeoffice übertragen werden könnten (Quelle: t3n.de). Zudem wächst die Bewegung der Waldgesundheitstrainer; laut FAZ gibt es inzwischen bundesweite Ausbildungsprogramme für Ärzte und Therapeuten, die den nachgewiesenen Nutzen in ihrer Praxis nutzen (Quelle: FAZ).