Diesmal stehen nicht Elisabeth Orth oder Gerti Drassl am Mikrofon, sondern Verena Altenberger und Martin Kušej. In Folge drei lassen sie den vertraulich-intimen Briefwechsel von Christine Lavant und dem Maler Werner Berg aufleben – und öffnen dabei ein Fenster in eine Zeit, in der Briefe mehr bedeuteten als SMS-Nachrichten heute. Die Auszüge, die sie lesen, oszillieren zwischen Zärtlichkeit und heimlichem Schmerz:
„Lieber, kannst du mir vielleicht noch vorher schreiben, ob wir unsere Stunden, Nacht, Nächte, so wie du öfter plantest, irgendwo bei Bäumen und Vögelchen verbringen wollen? Weißt, dann müsste ich etwas Warmes mitnehmen, denn eine ganze Nacht lang wirst du mich ja nicht zudecken können.“
Schrieb Christine Lavant am 11. August 1951. Ihr Leben, eine einzige Gratwanderung zwischen Pflicht, Kunst und Liebe. Ihre Beziehung zu Berg war nicht nur romantisch, sondern – mal ehrlich – auch ziemlich kompliziert. Denn beide waren gebunden, Lavants Ehemann war älter, wenig erfolgreich und, na klar, eifersüchtig bis zum Anschlag. Vieles musste unter dem Radar bleiben.
All das bekommt im Podcast ein Echo, das nachhallt. Die Christine-Lavant-Gesellschaft sorgt dafür, dass Lavants Stimme nicht verhallt – mit einem Literaturpreis, der jährlich vergeben wird. Bei der diesjährigen Preisverleihung, bei der Ann Cotton ausgezeichnet wurde, lasen Altenberger und Kušej ebenfalls Passagen aus dem jetzt erstmals 2023 erschienenen Briefband „Über fallenden Sternen“ (Wallstein, herausgegeben von Harald Scheicher). Der Podcast „LAVANT HÖREN“ ist übrigens überall, wo man Podcasts findet: Spotify, Deezer, Apple Music und natürlich auf der Seite der Christine-Lavant-Gesellschaft.
Wer noch Fragen hat oder sogar gerne mal mitdiskutieren möchte, kann sich direkt mit den Verantwortlichen – Mag. Dr. Manfred Müller und Dr. Hans Gasser – in Verbindung setzen, E-Mail-Adressen stehen am Ende der Meldung. Der Link zur weiteren Info? Sogar den gibt es gleich dazu: http://ots.de/5ec7c6
In der nunmehrigen dritten Podcast-Folge des Literatur-Formats „LAVANT HÖREN“ interpretieren Verena Altenberger und Martin Kušej die Korrespondenz zwischen Christine Lavant und Werner Berg, die lange Zeit im Schatten geführt wurde. Besonders der neue Briefband „Über fallenden Sternen“ macht ihre leidenschaftliche, heimliche Beziehung greifbar – voller Zwischentöne und Zeitkolorit einer Epoche, in der solche Verbindungen riskant und gesellschaftlich verpönt waren. Ann Cotton, die aktuelle Preisträgerin des Christine-Lavant-Preises, rückt die Autorin erneut ins Rampenlicht, sodass Lavants Werk und Persönlichkeit heute eine ganz neue Resonanz erfahren – gerade auch durch diese lebendigen Lesungen und Podcasts.
Aktuelle Hintergrundrecherche: Obwohl Lavant als eine der wichtigsten österreichischen Lyrikerinnen gilt, sind ihre Briefe erst vor Kurzem öffentlich geworden und werfen ein neues Licht auf die Künstlerin, insbesondere auf ihre widersprüchlichen Lebensumstände zwischen klassischem Rollenbild, Krankheit und kreativer Freiheit. Die Podcast-Folge wird breit rezipiert, nicht zuletzt, weil Literatur-Podcasts in Österreich und Deutschland einen regelrechten Boom erleben und wichtige Stimmen in der Kulturszene darstellen.
Kürzlich erschienen auch mehrere ausführliche Artikel zur Rolle literarischer Stimmen in der aktuellen gesellschaftlichen Debatte sowie zu neuen Formen der Vermittlung – Podcasts wie „LAVANT HÖREN“ werden dort ausdrücklich als innovativ hervorgehoben.