Die Debatte um eine progressive Vermögensabgabe bekommt durch das Papier des DIW neuen Schwung. Im Kern könnte der Vorschlag – idealtypisch umgesetzt und ohne Schlupflöcher – jährlich fast 150 Milliarden Euro zusätzlich in die Staatskassen spülen. Doch mehrere Fachleute warnen, dass Reiche oft Wege finden, ihre Steuerlast zu drücken oder ihr Kapital in freundlichere Steuerumgebungen zu verschieben. Selbst im besten Fall bliebe also offen, wie viel tatsächlich in Deutschland ankommt. Bemerkenswert: Der Vorschlag sieht vor, Firmeneigner, die weniger als 5 Millionen Euro im Unternehmen haben, zu schonen – das ist fast schon ein Eingeständnis der Schwierigkeit, wirtschaftliches Wachstum und steuerliche Gerechtigkeit miteinander zu verbinden. Die mediale Resonanz ist überraschend gemischt: Während linke und sozial orientierte Portale (etwa taz.de) den Vorschlag begrüßen und als Schritt zur Gerechtigkeit einordnen, mahnen wirtschaftsliberale Stimmen zur Vorsicht und weisen darauf hin, dass das Investitionsklima leiden könnte. Neuere Berichte warnen zudem, eine internationale Koordination sei politisch wie praktisch sehr schwer durchsetzbar.