MEDIAcon 2026: Wenn klassisches Marketing zum Relikt wird

St. Pölten – 'Game Over' für konventionelle Marketingtricks: Die MEDIAcon, eine Messe der USTP (St. Pölten), widmete sich 2026 ganz der Frage, wie Gaming als neuartiger Kommunikationsraum funktioniert. Hinter dem Event stehen die Masterstudierenden des Studiengangs Digital Marketing & Kommunikation – sie laden Branchenleute jährlich dazu ein, über die Zukunft von Werbung, Medien und Events zu diskutieren.

heute 12:35 Uhr | 3 mal gelesen

Im Zeitalter der allgegenwärtigen Reizüberflutung ist Aufmerksamkeit inzwischen kostbarer als Goldstaub. Wer früher noch mit knackigen Radiospots oder ganzseitigen Magazinanzeigen Beachtung fand, merkt inzwischen: Die Leute schalten weg, klicken weiter, blenden aus. Unter dem provokanten Motto 'Game Over für klassisches Marketing' ergründete die MEDIAcon 2026 am 11. Februar – rein digital, versteht sich – wie Gaming heute Markenkommunikation revolutioniert. Gaming ist längst Mainstream, sogar mehr: Mit drei Milliarden Zocker*innen weltweit ist es eine der größten Bühnen für Marken, die ihre Storys unters Volk bringen wollen. Bei der MEDIAcon erklärten Expertinnen und Experten aus Agenturen, Medien und der Szene, weshalb klassisches Werbedröhnen daneben geht. Vielmehr zählen jetzt Interaktion, Erlebnis und ehrliches Engagement innerhalb der Gaming-Community – wie Marken diesen Kosmos nicht nur bespielen, sondern miterleben, wurde in praxisnahen Beispielen deutlich. Was mir persönlich an solchen Events gefällt (auch wenn Webmeetings so ihre Tücken haben): Man merkt, wie unterschiedlich die Blickwinkel auf das Thema Gaming sind. Sarah Schwarzinger von Mediaplus Austria etwa betrachtete das Ganze aus der Sicht der Mediaplanung: Hier geht es nicht nur um Reichweite, sondern um gezieltes Andocken an Communities. Twitch-Streamer Justin Linke brachte die Lebensrealität vieler Gamer:innen ein – Highlights und Tiefe, Authentizität und der ständige Blick über den Bildschirmrand. Besonders spannend: Mirko Praštalo (Jung von Matt SPORTS) zeigte, wie klassische Bannerwerbung im Gamingsumpf versackt, gute Markenbotschaften aber zum Teil der Spielwelt werden können. Abseits der Keynotes kamen die Gäste (Studierende, Profis, Neugierige) nicht zu kurz, sondern durften bei kleinen Games aktiv mitmachen – Trophäenjagd inklusive. Das Eventformat machte sofort klar, dass Theorie und Erlebnis nicht länger im luftleeren Raum schweben müssen. Überhaupt war der Tag bunt, sogar die Sponsoren reichten von traditionsreichen Banken bis zu hippen Vegan-Getränken. Irgendwie ein Abbild der gegenwärtigen Marketingwelt: quer, vielfältig, manchmal überraschend und selten langweilig. Anfragen? Ansprechpartnerin ist Maja Sito an der USTP in St. Pölten. Mehr Infos gibt's auf der offiziellen Eventseite: https://mediacon.ustp.at

Die MEDIAcon 2026 wurde von der Hochschule St. Pölten veranstaltet und rückte die Rolle von Gaming als modernen Kommunikationsraum für Marken in den Mittelpunkt. Fachleute wie Sarah Schwarzinger, Justin Linke und Mirko Praštalo präsentierten in Vorträgen und Diskussionen, wie klassische Marketingmodelle an ihre Grenzen stoßen und stattdessen interaktive, authentische Markenerlebnisse innerhalb virtueller Communities gefragt sind. Die Kombination aus Keynotes, Diskussionsrunden und interaktiven Formaten spiegelte den Wandel hin zu partizipativem Marketing wider, der sich nicht zuletzt durch das Engagement starker Partner und kreativer Sponsoren zeigte. Aktuelle Recherchen zeigen, dass der Trend zu immersiver Markenkommunikation immer weiter Fahrt aufnimmt: Spieleplattformen und Influencer-Marketing fusionieren zunehmend, wie u.a. in jüngsten Berichten großer deutscher Medienhäuser (z.B. SZ, Spiegel, FAZ) betont wird. Plattformen wie Twitch, aber auch neue Eventformate rund um Games, bieten Unternehmen die Chance, ihre Zielgruppen ohne klassische Störreize, sondern vielmehr im Kontext gemeinsamer Erlebnisse zu erreichen. Auffällig ist dabei der wachsende Anspruch an Authentizität: Wer im Kosmos der Gaming-Community nicht glaubwürdig agiert, wird gnadenlos „weggezappt“ – ein Aspekt, der auch auf anderen Branchenevents heiß diskutiert wurde.

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