Manchmal blättere ich in alten Schulbüchern und frage mich, wie Lehrkräfte heute umdenken müssen: Schließlich ist Kreide längst nicht mehr das Kernstück des Unterrichts. Von 2022 bis 2025 begleiteten das ZSL und das Calleo Institut exakt 113 Schulen mit über 1.300 Lehrkräften bei der Digitalisierung ihres Alltags. Der Startschuss fiel 2022 – damals noch verhalten mit etwa 50 Pilotschulen. Die Struktur bestand aus zwei Etappen: Erst kollegiale, klassenübergreifende Grundlagen – dann individuelle Vertiefungen nach Fächerprofil oder Thema, etwa digitale Heftführung oder KI-Anwendungen. Interessant war, wie die Schulverbünde – also regionale Zusammenschlüsse – auch kleinsten Kollegien die Teilnahme ermöglichten, und den Austausch mit anderen Schulen förderten. Tatsächlich konnten Lehrkräfte unterschiedlichster technischer Vorerfahrung mitgenommen, ja sogar begeistert werden. In Runde zwei kam die Spezialisierung: Seminare von Deutsch über Sachkunde bis Musik, aber mit besonderem Blick auf digitale Unterstützung – darunter digitale Tools für Klassenmanagement, kollaboratives Arbeiten und vor allem den Einsatz künstlicher Intelligenz zur Planung und Differenzierung. Lehrkräfte berichteten, KI entlaste sie bei der Vorbereitung enorm, manchmal sogar ungeahnt. Die Rückmeldung? Nahezu durchweg positiv. Neun von zehn Lehrkräften setzten Gelerntes sofort um; gerade KI-basierte Seminare stießen auf bemerkenswertes Interesse. Angesichts der Resonanz wurde das Programm gleich verlängert und landesweit ausgebaut. Ein Gedanke am Rand: Es stimmt optimistisch, dass digitale Methoden nicht als Ersatz, sondern als Ergänzung betrachtet wurden. Und: Die Seminarleiterinnen und -leiter kamen fast alle selbst aus der Schulpraxis, was die Akzeptanz offenbar steigerte. Das Calleo Institut schöpfte zusätzlich aus externer Erfahrung, beispielsweise aus gemeinsamen Projekten mit Mecklenburg-Vorpommern. Stefan Burggraf von Frieling, einer der Köpfe hinter dem Ganzen, hebt hervor, wie partnerschaftlich und durchdacht die Umsetzung samt Datenschutz lief – und dass digitale Mittel erfolgreich in die Grundschule integriert werden konnten, ohne Altbewährtes über Bord zu werfen.
Das dreijährige Digitalisierungsprojekt von Calleo Institut und ZSL erreichte 113 Grundschulen und 1.337 Lehrkräfte in Baden-Württemberg. Die zweistufige Fortbildungsreihe konnte durch unterschiedlich strukturierte Formate möglichst vielen Lehrkräften Zugang und praktischen Nutzen bieten; regionalen Schulverbünde haben zudem den Austausch gestärkt. Berichte aktuell aus anderen Medien – etwa FAZ, Zeit oder taz – spiegeln den bundesweiten Trend: Die digitale Transformation ist weiterhin ein zentrales bildungspolitisches Thema, allerdings berichten Lehrkräfte oft von sehr unterschiedlichem technischen Stand und Schwierigkeiten bei der Integration neuer Methoden in den Unterricht, besonders im ländlichen Raum. Zusätzlich betonen aktuelle Recherchen, dass die Begleitung durch erfahrene Praktiker entscheidend für den nachhaltigen Erfolg solcher Programme ist. Zudem wächst die Bedeutung von KI-Tools im pädagogischen Alltag spürbar: Vor allem adaptive Lernsoftware, digitale Diagnostik und die Automatisierung von Verwaltungsaufgaben werden als Entlastung und Chance empfunden. Auch Datenschutz und Chancengerechtigkeit bleiben heftig diskutierte Themen; gleichzeitig zeigen Erfahrungen aus anderen Ländern und Bundesländern, dass eine kontinuierliche Weiterbildung und technischer Support unerlässlich bleiben – beides umgesetzt im beschriebenen Projekt.