„Wir müssen die EU beschleunigen, effizienter und zukunftsfähig machen – vor allem ihre Industrie“, drückte Friedrich Merz entschlossen aus. Mit Frankreichs Präsident Macron sei man sich – so Merz, beinahe mit einem Augenzwinkern – in fast allen Fragen ausnahmsweise einig. Macron wiederum brachte die Sache auf den Punkt und sprach von geradezu spürbarem Handlungsdruck. Aus China wehe ein rauer Wind, während die USA zugleich mit Zöllen und Drohkulissen den Druck erhöhen. „Das bleibt nicht ohne Konsequenzen“, betonte er knapp. Ein gemeinsames Ziel sei, die Kapitalmarktunion in Europa voranzutreiben – ein teils zäher Prozess, der beide jedoch zusammenschweißt. Nebenher müsse Europa seine Partnerschaften erweitern und Abhängigkeiten abbauen, um kleinere und größere Krisen abzufedern. Besonders sensible Branchen bräuchten einen Extraschutz gegen internationalen Wettbewerbsdruck. Auch Innovation und deren Finanzierung gerieten ins Visier. Bis Juni solle der Kurs auf Fortschritte überprüft werden. Interessant: Macron forderte – vielleicht unorthodox – auch die Option, mit Koalitionen von „Willigen“ schneller vorzugehen, falls nicht alle EU-Staaten mitziehen wollen. Manchmal müsse man eben ungewöhnliche Wege gehen.
Beim Treffen in Belgien setzten Merz und Macron ein deutliches Zeichen der Verständigung und drängten auf schnellere und effektivere Maßnahmen zum Schutz und zur Stärkung der europäischen Wirtschaft. Besonders betonten sie die Notwendigkeit einer vertieften Kapitalmarktunion sowie den Schutz kritischer Industriezweige in Zeiten globaler Unsicherheiten, ausgelöst vor allem durch Handelskonflikte mit China und den USA. Auch die Presse berichtet aktuell: Nach Informationen aus der Süddeutschen Zeitung bemüht sich die EU derzeit um ein neues Unterstützungspaket für Industrieunternehmen, um die Wettbewerbsfähigkeit angesichts der US- und China-Politik zu stärken. Der Spiegel wiederum hebt hervor, wie Berlin und Paris auf eine „Koalition der Willigen“ setzen, um dringend nötige Reformen im Alleingang anzugehen, sofern die gesamte EU zögert. Die Zeit berichtet ergänzend, dass vor allem der Ausbau grüner Technologien und Energieunabhängigkeit in der Diskussion besonders hervorgehoben wurde.