Iran verschärft Kontrolle über die Straße von Hormus

Teheran kündigt eine strengere Überwachung der Straße von Hormus an – und setzt Washington damit unter Zugzwang.

18.04.26 11:07 Uhr | 50 mal gelesen

Seit einiger Zeit brodelt es am Persischen Golf, und nun hat der Iran wieder einen alten Hebel ausgepackt: Die Regierung teilt über das Staatsfernsehen mit, sie werde die ohnehin sensible Straße von Hormus künftig noch aufmerksamer kontrollieren. Angeblich, weil die USA Zusagen nicht einhalten – man wirft Washington vor, sein Wort gebrochen zu haben, die amerikanische Blockade gegen iranische Frachter aufzuheben. Laut der offiziellen Mitteilung geriet das Verhältnis erneut ins Wanken, als (wie so oft) Fragen der Schifffahrtsfreiheit mitten in den geopolitischen Machtkampf gerieten. Bis die USA nachgeben, so Iran, bleibt die Kontrolle verschärft – alles andere erscheint unrealistisch. Was viele dabei vergessen: Durch diese wässrige Nadelöhr fließt täglich ein gewaltiger Teil des Ölhandels. Kein Wunder also, dass die weltweiten Märkte nervös reagieren, sobald hier einer dreimal hustet. Ist das Erpressung, Schutzbehauptung oder legitime Verteidigung? Je nach Standpunkt alles zusammen oder nichts davon.

Der Iran hat angekündigt, die Kontrolle über die Straße von Hormus zu verstärken, als Reaktion auf angebliche fortlaufende Beschränkungen der USA gegenüber Schiffen mit Zielland Iran. Die Meerenge, die als kritischer Knotenpunkt für den weltweiten Ölhandel gilt, war in den vergangenen Jahren mehrfach Schauplatz von Spannungen zwischen Iran und den USA, oftmals begleitet von internationalen Sorgen über stabile Energieversorgung und freie Schifffahrt. Neu ist diesmal die öffentliche Härte der iranischen Drohung – vor allem, weil erneut mehrere Öltanker in der Region zum Spielball geopolitischer Interessen werden. Laut jüngsten Medienberichten eskaliert der Disput auch deshalb, weil US-Militärpräsenz in der Region aktuell zunimmt. Außerdem äußerten internationale Energieexperten die Sorge, dass eine tatsächliche Sperrung der Straße die ohnehin instabilen Ölpreise und Lieferketten erheblich beeinträchtigen könnte. Ein weiteres Risiko sehen einige Analysten darin, dass andere Akteure – etwa Russland oder China – von einer verschärften Krise profitieren könnten.

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