Mit ziemlich deutlichen Worten hat Bahn-Vorständin Evelyn Palla jüngst ein mögliches Comeback des 9-Euro-Tickets abgewatscht. Gegenüber den Funke-Zeitungen erklärte sie sinngemäß: Schön war’s vielleicht, aber schlichtweg nicht tragbar – das sei weder damals noch heute finanzierbar. Schon beim aktuellen Deutschlandticket von 63 Euro müssen Bund und Länder Jahr für Jahr Milliarden zuschießen; günstigere Tickets verschärfen dieses Problem nur weiter.
Das berühmt-berüchtigte 9-Euro-Ticket war eine Idee aus der Energiepreisschock-Zeit nach Russlands Angriff auf die Ukraine, um die Massen ein wenig zu entlasten – zumindest temporär. Wer erinnert sich nicht an die übervollen Regionalzüge im Sommer 2022, an stickige Abteile und spontane Plaudereien mit eigentlich fremden Mitreisenden? Inzwischen kostet das Nachfolge-Modell, das Deutschlandticket, rund 63 Euro monatlich und auch das stemmt die DB nicht aus eigener Kraft.
Aktuell ist, mit Blick auf teurere Spritpreise und die inflationären Tendenzen, erneut die Frage aufgekommen: Braucht es zusätzliche Entlastungen für Pendler? Es gibt Diskussionen über Rabatte oder Anpassungen, doch die Bahn-Chefin bleibt dabei: Nein, das 9-Euro-Modell wünscht sie sich nicht zurück. Eher sollte nach anderen Entlastungsmodellen gesucht werden. Ihre vielleicht menschlich nachvollziehbare, aber politisch brisante Antwort: Eine Neuauflage des Superbilligstickets fände sie nicht sinnvoll.
Bahnchefin Evelyn Palla spricht sich klar gegen eine erneute Einführung des 9-Euro-Tickets aus, da dieses nach ihren Worten finanziell nicht tragbar sei. Selbst beim auf 63 Euro erhöhten Deutschlandticket müsse der Staat pro Jahr mit drei Milliarden Euro subventionieren. Trotz gestiegener Energiepreise und anhaltender Diskussionen um Pendlerentlastungen plädiert Palla für nachhaltigere Lösungen statt einer Rückkehr zum extrem günstigen 9-Euro-Modell.
Update und weitere Infos: In den letzten Tagen verdichtete sich die Debatte um eine mögliche Reform des Deutschlandtickets. Während verschiedene Verbände und auch Verkehrsminister über gezielte Rabatte diskutieren, weist die Deutsche Bahn wiederholt auf Finanzierungsengpässe hin. Laut Bundesverkehrsminister Wissing wird es vorerst keine Preissenkung geben, die Finanzierung sei auf wackeligen Beinen – der Bund will die Verantwortung stärker auf die Länder übertragen. Mehrere Großstädte fordern derweil flexible Staffelpreise oder Sozialtickets, um zumindest einkommensschwächeren Menschen die Nutzung zu erleichtern.