Dobrindt fordert mehr Kooperationsbereitschaft von Koalitionspartnern

Alexander Dobrindt (CSU), Bundesinnenminister, ruft die Koalitionsparteien dazu auf, alte Denkmuster hinter sich zu lassen und Kompromissbereitschaft bei anstehenden Reformen zu zeigen. In einem Interview mit der 'Rheinischen Post' betont er, dass trotz unterschiedlicher wirtschaftlicher Ansichten ein gemeinsames Vorgehen nötig ist.

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„Reformen funktionieren nur, wenn alle Beteiligten auch mal über ihren Schatten springen – und darauf setze ich bei den drei Koalitionsparteien ganz klar“, so Dobrindt. Das Treffen in der Villa Borsig am Wochenende sieht er als Wendepunkt. Aus seiner Sicht sei dort bewiesen worden, dass die Koalition handlungsfähig ist und jetzt Verantwortung übernehmen muss. „Unser Land hält keine Ausflüchte mehr aus. Entscheidend ist, dass wir im Modus des Anpackens sind“, sagt er. Der CSU-Mann warnt außerdem, dass extreme politische Kräfte nur darauf hoffen, dass die Regierung der politischen Mitte versagt. Jeder Kopf im Kabinett müsse deshalb mitziehen, wenn das Ziel einer stabilen Regierungsarbeit nicht unrealistisch werden soll. Einen Führungsverlust für Kanzler Friedrich Merz (CDU) sieht Dobrindt nicht – ganz im Gegenteil. Konkret zum Thema Gesundheitsreform mahnt er zur Eile: „Das sollte keine Endlosschleife werden, wie wir es in der Vergangenheit zu oft erlebt haben. Jetzt ist die Gelegenheit, mit Tempo und klaren Entscheidungen breite Zustimmung zu finden.“

Dobrindt dringt auf mehr Mut und Kooperationswille innerhalb der Koalition, um dringend notwendige Reformen – etwa im Gesundheitswesen – auch gegen interne Widerstände zügig anzugehen. Der CSU-Politiker sieht die Koalition nach Beratungen an einem Wendepunkt und fordert, persönliche wie parteipolitische Eigeninteressen zurückzustellen. Angesichts externer und interner Spannungen – beispielsweise zwischen Lars Klingbeil (SPD) und Katherina Reiche (CDU) – erinnert Dobrindt an die Verantwortung jedes Kabinettsmitglieds für den Erfolg des Mitte-Projekts. Neue Berichte aus verschiedenen aktuellen Quellen belegen, dass sich die Koalition zuletzt ungewöhnlich geschlossen zeigte, obgleich die inhaltlichen Differenzen insbesondere bei Schlüsselthemen wie Migration, Gesundheit und Energiewende weiterhin groß bleiben. Zuletzt wurde die Debatte um entschiedene und schnell umgesetzte Gesetzesänderungen vielfach als Lackmustest für das politische Überleben der Ampel bzw. des regierenden Bündnisses gesehen.

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