Rüdiger Lucassen legt Amt als AfD-Verteidigungsexperte nieder

Nach internen Querelen hat Rüdiger Lucassen scheinbar seinen Posten als verteidigungspolitischer Sprecher der AfD-Fraktion im Bundestag zur Verfügung gestellt. Zahlreiche Medien berichten unter Berufung auf ein internes Schreiben an Alice Weidel und Tino Chrupalla von dieser Entwicklung.

heute 17:08 Uhr | 4 mal gelesen

Im Hintergrund brodelte es offenbar schon seit einiger Zeit: Ein Teil der AfD-Bundestagsfraktion plante offenbar, Lucassen abzuwählen. Am Dienstag sollte das Thema im zuständigen Gremium auf den Tisch kommen. Von Vertrauensverlust und Alleingängen war in Anträgen die Rede – schwere Vorwürfe, die wohl letztlich den Weg für Lucassens Rücktritt ebneten. Mit seinem Schritt zuvorzukommen, zog Lucassen laut Medienberichten die Reißleine – als Begründung nannte er die anstehenden Landtagswahlen; die Partei solle sich nicht im Streit verheddern. Die Debatte um seine Position wurde laut ihm zunehmend von Freund-Feind-Denken statt Sachlichkeit geprägt. Für viele Beobachter ist der Rückzug das längst fällige Ende eines Richtungskampfes: Schon 2025 hatte es Reibereien gegeben, als Lucassen öffentlich den AfD-Landesvorsitzenden Björn Höcke wegen dessen Wehrpflicht-Haltung kritisierte – was zu einem Ordnungsverfahren führte. Inhaltlich steht Lucassen eher für klassische Verteidigung und Wehrpflicht, während viele ostdeutsche Parteikollegen die AfD lieber im friedensbewegten Licht sehen wollen. Gerade im Hinblick auf die Wahlen in Ostdeutschland fürchtete man offenbar, der westliche Kurs könne abschreckend wirken. Trotz des Rücktritts aus seiner Sprecherrolle bleibt Lucassen Teil der Bundestagsfraktion.

Rüdiger Lucassen hat seinen Rücktritt als verteidigungspolitischer Sprecher der AfD-Fraktion erklärt, nachdem ein Machtkampf um seine Person und seine verteidigungspolitischen Positionen entbrannt war. Die entscheidende Konfliktlinie verlief zwischen dem westdeutschen Flügel der Partei – vertreten durch Lucassen, der für Wehrpflicht und militärische Aufrüstung eintrat – und ostdeutschen Vertretern, die eine friedensorientierte Linie bevorzugen. Aus Sorge vor negativen Auswirkungen auf kommende Landtagswahlen erfolgte der Rücktritt, um weiteren Schaden von der Partei abzuwenden. Ergänzende aktuelle Berichte zeigen, dass die AfD-Bundestagsfraktion spätestens seit den Enthüllungen über angebliche Russland-Kontakte und Spionagevorwürfe, sowie durch öffentliche interne Machtkämpfe, unter verstärkter Beobachtung steht. Medienschaffende weisen darauf hin, dass die Partei innerlich zerrissen ist, nicht zuletzt aufgrund unterschiedlicher Positionen zur Außen- und Verteidigungspolitik. Laut Süddeutscher Zeitung setzt sich die Debatte um Führungsstil und politische Ausrichtung unvermindert fort, was die Partei als Ganzes zunehmend herausfordert.

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