Zweifel und Angst bei Kulturschaffenden in MV: AfD-Pläne werfen Fragen auf

In Mecklenburg-Vorpommern blicken Kulturschaffende sorgenvoll auf die angekündigten Pläne der AfD – insbesondere in Bereichen Kunst, Bildung und Architektur.

heute 07:02 Uhr | 3 mal gelesen

Was kürzlich aus dem AfD-internen Regierungsprogrammentwurf durchsickerte, lässt viele in Kunst und Kultur in Mecklenburg-Vorpommern aufhorchen – und nicht zu knapp aufsitzen. Auszüge davon wurden in Medien wie der FAZ veröffentlicht. Das Papier zeichnet das Bild einer künftigen Landesordnung, die vor allem traditionelle Volkskunst und heimatlich angehauchte Architektur fördern will. Aber was soll das konkret heißen? Wer ein Faible für offene Ateliers, Theater mit internationalen Ensembles oder kreatives Chaos hat, steht nun vor irritierenden Fragen. Hans-Georg Wegner, Intendant des Schweriner Staatstheaters, spricht offen von wachsenden Sorgen um die Freiheit der Kunst: Seine Mitarbeitenden, Menschen aus 22 Nationen, berichten laut Wegner bereits von zunehmendem Unsicherheitsgefühl und Furcht vor Diskriminierung. Hier, meint er, ginge es um weit mehr als nur Geld – wobei finanzielle Einschnitte, das fürchten Freie Bühnen wie der Verband der Darstellenden Künste, noch drohender über allem schweben. Ohne Fördermittel, so Birte Bernstein, bräche so manche Bühne schlicht zusammen. Auch Architekt:innen im Land schütteln die Köpfe. Christoph Meyn, Präsident der Architektenkammer, warnt vor Fixierungen auf „Heimatstil“ – die Vielfalt moderner Baukultur sei immerhin Ausdruck gesellschaftlicher Offenheit, nicht bloßer Tradition. Wie „heimatlich“ künftige Gebäude denn genau zu wirken hätten, bleibt ohnehin im Vagen. Ein bisschen klingt das alles nach Rückwärtsgang plus Nebelmaschine. Im Bereich Schule und Bildung gehen die Sorgen weiter: Die AfD ruft im Entwurf den Vorwurf in den Raum, die aktuelle Schulpolitik wolle aus Kindern „multikulturelle“ Menschen machen, mit angeblicher „Frühsexualisierung“. Lehrkräfte, so Sandra Astarás von der GEW Mecklenburg-Vorpommern, hält das für abwegig – sie verweist auf klare Regeln des Grundgesetzes und der Landesverfassung. Doch: Viele Bildungs-Entscheidungen finden jenseits der Parlamente statt, was mögliche Eingriffe bei Machtverschiebungen begünstigt. Ein bisschen unheimlich bleibt das Gefühl, dass hier nicht nur an Pinsel und Zirkeln, sondern auch an demokratischen Grundfesten gerührt werden könnte.

Im Nordosten Deutschlands sorgt ein nicht-öffentlicher Plan der AfD, der kurz vor der Verabschiedung auf einem Landesparteitag steht, bei Kulturschaffenden, Architekt:innen und dem Bildungssektor für schwere Bedenken. Das geplante Regierungsprogramm will sowohl in Kunst und Bauwesen einen fraglich definierten Heimatbezug stärken als auch Bildungsinhalte ideologisch justieren; die Gefahr von Einschnitten in Kreativfreiheit und Vielfalt steht im Raum. Aktuelle Recherchen ergänzen: Nach Medienberichten bleibt weiterhin unklar, wie die AfD ihre Ziele konkret umsetzen will und welche Folgen das für die breit aufgestellten Kultureinrichtungen und internationalen Kooperationen hätte; hinzu kommen bundesweite Proteste bei ähnlichen Bestrebungen anderer AfD-Landesverbände im Kulturbereich.

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