Hormus unter Spannungsstrom: Trumps Drohgebärden gegenüber iranischen Schnellbooten

Mit Beginn der US-Blockade im Nadelöhr Straße von Hormus verschärft Donald Trump den Ton gegen den Iran. Der Präsident kündigt Vergeltung gegen näherrückende Schnellboote an – und erinnert dabei an Methoden aus dem Anti-Drogeneinsatz.

heute 16:48 Uhr | 2 mal gelesen

Es klingt fast wie aus einem düsteren Militärroman, was Trump da zum Besten gibt: Angeblich seien es 158 iranische Schiffe, die bereits auf dem Grund des Meeres liegen. Übrig geblieben, so behauptet er, sind nur wenige kleine und flinke Boote – harmlos zwar, aber unter scharfer Beobachtung. Würden sie sich der US-Blockade nähern, so lässt Trump wissen, werde man nicht zögern: 'eliminiert', schnell und ohne Umwege, wie man es von der Drogenabwehr auf hoher See kennt. Derweil ist seit 16 Uhr deutscher Zeit die Blockade durch die US-Marine offiziell in Kraft. Das bestätigt die britische Schifffahrtsleitung UKMTO. Betroffen sind vor allem die Schiffsrouten zu iranischen Häfen: sowohl im Persischen Golf als auch im Golf von Oman und sogar östlich der Hormus-Passage. CENTCOM betont, dass sämtliche Schiffe, die iranische Häfen ansteuern oder verlassen, unter die Blockade fallen – eine Art unsichtbarer Zaun um Iran. Der Rest: angeblich nicht betroffen, sofern sie zu nicht-iranischen Anlaufstellen steuern. Dennoch, Neutralität schützt nur begrenzt, denn selbst Schiffe anderer Nationen müssen, sofern sie noch in iranischen Häfen liegen, zügig das Weite suchen. Inzwischen tüfteln die Behörden an weitergehenden Vorschriften. Hintergrund ist die jüngste Eskalation: Nach dem US-israelischen Angriff gegen den Iran hatte Teheran prompt mit einer eigenen Blockade der strategischen Meerenge reagiert. Nachdem Verhandlungen am Wochenende scheiterten, antwortete Trump mit – na klar – einer weiteren Blockade. Harter Kurs, Schraube weitergedreht. Ob das alles wirklich so abläuft? Da bleiben zwischen martialischen Ankündigungen und tatsächlichen Ereignissen meist Spielräume – aber das ist vielleicht eine andere Geschichte.

Die USA haben, nach erneut gescheiterten indirekten Gesprächsversuchen mit dem Iran, eine umfassende Seeblockade der Straße von Hormus verhängt. Ziel der Maßnahme ist es, den Iran wirtschaftlich weiter zu isolieren; betroffen sind dabei alle Schiffe, die iranische Häfen ansteuern oder verlassen, unabhängig von ihrer Flagge. Diese Entwicklung trifft nicht nur den internationalen Ölhandel (immerhin ein Drittel des globalen Ölhandels läuft über diese Meerenge), sondern führt auch zu wachsender Unsicherheit bei neutralen Großmächten wie China und der Europäischen Union. Der Iran bezeichnete die US-Blockade in ersten Reaktionen als völkerrechtswidrig und drohte seinerseits mit Gegenmaßnahmen, insbesondere gegen kommerzielle Schifffahrt und die Energieversorgung in der Region. Während Trump kraftvoll Härte demonstriert, wächst im Hintergrund bei Ökonom:innen und Militäranalyst:innen die Sorge: Die Spirale von Eskalation und Gegendrohungen droht, die Sicherheit in einer ohnehin labilen Weltregion weiter zu untergraben.

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