BDI skeptisch: Kaum Wirtschaftswachstum in Deutschland bis 2026 zu erwarten

Der deutsche Industrieverband BDI sieht für dieses und kommendes Jahr wenig Hoffnung auf wirtschaftlichen Aufschwung.

heute 00:02 Uhr | 2 mal gelesen

Wo soll hier eigentlich noch Optimismus herkommen? Der Chef des Bundesverbands der Deutschen Industrie, Peter Leibinger, zeigte sich neulich in einem Interview mit der "Rheinischen Post" erstaunlich reserviert, was die wirtschaftliche Zukunft Deutschlands angeht. Auf die Frage nach 2026 sagte er sinngemäß: Solange die Situation im Nahen Osten – genauer, der Iran-Krieg – weiter eskaliert, bleibt massiver Aufschwung Wunschdenken. Selbst wenn das alles schnell vorbei wäre, sieht Leibinger für das aktuelle Jahr kaum Potenzial für erhebliches Wachstum. Anfang des Jahres lag die Prognose des BDI bei etwa einem Prozent – klingt wenig, aber jetzt rechnet man schon mindestens 0,3 bis 0,5 Prozentpunkte weg, verursacht durch den Krieg. Das drückt die Stimmung, wie man sich vorstellen kann. Leibinger hält sogar ein echtes Nullwachstum 2026 für möglich. Gleichzeitig erwartet er eine anhaltend hohe Inflation – eine unangenehme Kombi. "Wir sind faktisch ärmer geworden durch den Krieg", bilanziert er. Die paar freundlichen Frühjahrsindikatoren? Da bleibt er skeptisch. Seiner Meinung nach braucht es jetzt, noch vor der Sommerpause, echte Reformen – sonst rutscht die Wirtschaft noch tiefer ab. Wie realistisch das ist? Gute Frage.

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), mit Peter Leibinger an der Spitze, befürchtet, dass wirtschaftliches Wachstum in Deutschland bis mindestens 2026 auf Eis liegt. Gründe dafür sind geopolitische Unsicherheiten, die insbesondere durch den Iran-Krieg verschärft werden und schon jetzt spürbar am ohnehin schwachen Wachstum zehren. Neben dem ohnehin geringen Wachstum (ursprünglich mit 1 Prozent veranschlagt), wird mit einem weiteren Abschwung und anhaltend hoher Inflation gerechnet. Neueste Einschätzungen aus Wirtschaftskreisen und Nachrichtenquellen bestätigen diesen Trend: Viele Firmen blicken pessimistisch auf die nächsten Jahre, insbesondere, da Investitionsbereitschaft und Konsum durch Unsicherheit gedämpft werden. Trends wie hoher Energiepreise, Lieferketten-Schwierigkeiten und anhaltende globale Spannungen tragen zum negativen Wirtschaftsszenario bei. Laut FAZ etwa haben Export und Industrieproduktion in den letzten Monaten nur wenig Auftrieb erhalten, während in "Der Spiegel" von zunehmender Innovationszurückhaltung und Kostensteigerungen die Rede ist. Die Süddeutsche hebt außerdem hervor, dass Deutschland bei den Rahmenbedingungen für Unternehmen aktuell international zurückfällt. Insgesamt ist der Tenor: Ohne mutige Strukturreformen, insbesondere in den Bereichen Digitalisierung, Investitionen sowie Verwaltung, besteht wenig Hoffnung auf Wachstum – die Risiken überwiegen klar.

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