DAX-Unternehmen halten sich bei 1.000-Euro-Sonderbonus zurück

Die Mehrheit der DAX-Unternehmen zeigt sich abwartend, was die von der Bundesregierung geplante steuerfreie 1.000-Euro-Prämie für Beschäftigte angeht.

vor 55 Minuten | 1 mal gelesen

Laut einer aktuellen Erhebung von 'Welt am Sonntag' und 'Business Insider' verhalten sich die 40 DAX-Konzerne zurückhaltend und warten gezielt auf den finalen Gesetzesentwurf. Erst dann, so betonen die meisten, werde entschieden, ob die sogenannte Entlastungsprämie tatsächlich an die Angestellten ausgeschüttet wird. Bislang hat noch kein Unternehmen konkret zugesagt oder abgelehnt.

BMW sieht sich aktuell die geplanten gesetzlichen Bestimmungen genauer an und spricht sich grundsätzlich für eine dauerhafte, berechenbare Deckelung der Sozialversicherungsbeiträge aus, statt für punktuelle Einmalzahlungen. Die Regierung könne laut BMW mit umfassenden Sozialreformen sowohl Firmen als auch Arbeitnehmer wirkungsvoller und nachhaltiger entlasten.

Bei SAP bleibt unklar, ob die etwa 25.000 deutschen Beschäftigten auf die Sonderzahlung hoffen dürfen. Die Firma verweist lieber auf andere Boni wie Mobilitätsbudgets oder die Möglichkeit, spätestens nach drei Jahren einen Dienstwagen - inklusive privat nutzbarer Tank- und Ladegutscheine - zu erhalten. Auch Siemens und Symrise betonen ihre bestehenden Maßnahmen: Mitarbeitende sparen durch Homeoffice-Regelungen oder Fahrrad-Leasing-Modelle ohnehin schon einiges an Fahrtkosten.

Scout24 indes sieht die vom Staat vorgeschlagene Prämie skeptisch. Der Konzern setzt sich eher für tiefgreifende strukturelle Maßnahmen wie steuerliche Erleichterungen ein, um die Kaufkraft der Arbeitnehmenden nachhaltig zu stärken. Der Chemieriese BASF will weitere Belastungen vermeiden, sollte die Prämie tatsächlich steuer- und sozialabgabenfrei werden. Sobald Klarheit über die Details besteht, werde das Thema intern geprüft, heißt es.

Der Vorschlag für den steuerfreien Bonus stammt ursprünglich aus den Reihen von CDU-Chef Friedrich Merz, nach dessen Willen Arbeitgeber ihren Beschäftigten eine einmalige Zahlung von bis zu 1.000 Euro gewähren dürften. Der gesetzgeberische Prozess befindet sich aktuell noch im Diskussionsstadium. Von 40 befragten Konzernen antworteten bislang 30, vier verweigerten jede Auskunft.

Das Thema der steuerfreien 1.000-Euro-Prämie für Arbeitnehmer deutscher DAX-Konzerne stößt auf Zurückhaltung und Skepsis – die Firmen pochen auf stabile, strukturelle Lösungen statt kurzfristiger Einmalzahlungen. Speziell BMW und BASF stellen tiefgreifende Sozial- und Steuerreformen in den Vordergrund und wollen vor einer Auszahlung erst die Gesetzgebung abwarten, während einige Unternehmen auf bestehende interne Leistungen verweisen. In aktuellen Medienberichten wird zudem deutlich, dass die allgemeine konjunkturelle Unsicherheit, hohe Energiekosten und anhaltende Inflationssorgen Firmen zu vorsichtigeren Schritten veranlassen – laut neuesten Analysen auf www.zeit.de und www.faz.net sind solche Boni zwar beliebt, werden aber insbesondere in wirtschaftlich angespannten Zeiten von Vorständen abgewogen, um Risiken für langfristige Unternehmenspolitik zu minimieren.

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