Das Millerntor im Flutlicht, Freitagabend: von Anfang an war da diese Stimmung, dieses vorsichtige Abtasten zwischen zwei Teams, die weder Hang zum Risiko noch Durchschlagskraft bewiesen. Bis zur Pause war das Spiel tatsächlich eher eine Angelegenheit für Taktikfreunde – Torchancen waren rar gesät, einzig St. Pauli zeigte ein paar Halbchancen. Nach Wiederanpfiff änderte sich der Rhythmus: Die Hausherren legten einen Gang zu, der Ball wurde nach einer Ecke und einem cleveren Kopfball von Hauke Wahl durch Karol Mets irgendwie über die Linie gedrückt. Köln reagierte, aber der Punch fehlte weiterhin. Erst ein Foul (nicht ganz unumstritten) und der VAR sorgten für Aufregung. Es folgte Waldschmidts sicher verwandelter Elfmeter wenige Minuten vor Schluss – das war’s, mehr Dramatik ließ das Spiel nicht zu. Nachspielzeit mit offenem Visier, aber wirklich brenzlig wurde es nicht mehr. Wer hier Spektakel erwartet hatte, wurde enttäuscht – Taktik, Geduld und am Ende immerhin ein gerechter Punkt, so würde ich es wohl zusammenfassen.
Das Aufeinandertreffen zwischen dem FC St. Pauli und dem 1. FC Köln zeigte erneut, wie eng es im Bundesliga-Abstiegskampf und -Aufstiegskampf zugehen kann. Die Partie, geprägt von langem Abtasten und wenig Höhepunkten, nahm erst in der Schlussphase an Fahrt auf, als ein Foulelfmeter nach VAR-Überprüfung Köln das Remis sicherte. Die Hamburger sind somit weiterhin mitten im Aufstiegskampf involviert, während Köln dringend Punkte für den Klassenerhalt braucht – dieser Auswärtserfolg im Millerntor könnte sich am Ende der Saison als sehr wertvoll erweisen. Übrigens: Laut Berichten von heute hat sich die Stimmung im Umfeld beider Vereine nach dem Spiel als eher angespannt gezeigt; für beide zählt ab jetzt wirklich jeder Zähler im Saisonfinale.