Mit „DFB.TV“ möchte der Verband nicht nur die Nationalteams ins Schaufenster stellen, sondern das große Spektrum des deutschen Fußballs auf einer Plattform bündeln – jedenfalls ist das die ambitionierte Ansage vom DFB. Neben Junioren-Länderspielen und der 2. Bundesliga der Frauen werden beispielsweise Futsal, Beachsoccer und der populär werdende DFB-ePokal übertragen. Nicht zu vergessen: Nachwuchsförderung, Trainingsideen nach der sogenannten „Trainingsphilosophie Deutschland“ – da blitzen einige Insider-Einblicke auf. Hinter dem Joint Venture steckt die Sportainment Media Group aus Hamburg, ein erfahrener Player in der Sportübertragungsszene. Technisch wird der Sender auf bekannten Pay-Plattformen wie DAZN, HD+, Vodafone oder auch Zattoo zu sehen sein; weitere Partnerschaften sind wohl in der Pipeline. Wer lieber per App zuschaut oder direkt buchen will, bekommt diese Option auch. Der Startschuss fällt bewusst am Abend vor dem Männer-Pokalfinale, und schon einen Tag später zeigen sie live den Finaltag der Amateure. Der Plan: Nach und nach auch Highlights von DFB-Pokal, 3. Liga und Frauen-Bundesliga ins Programm holen – ein Rundumschlag für Fußballfans.
Der DFB unternimmt mit seinem eigenen Pay-TV-Sender einen Schritt, den viele eher bei privaten Sendern als beim Traditionsverband vermutet hätten. Mit „DFB.TV“ will der Verband sowohl Nischensportarten als auch Talente ins Rampenlicht setzen und gleichzeitig diversere Zielgruppen ansprechen. Die Finanzierung über Pay-TV zeigt, wie sich die Erlösstrategien im Sport und beim DFB wandeln, während klassische TV-Rechte immer stärker unter Druck geraten. Neuere Artikel verschiedener Medien zeigen, dass auch andere große Sportverbände und Ligen vermehrt auf eigene Plattformen setzen, um unabhängiger von klassischen Sendern zu werden. Gerade die Integration neuer Formate wie eSports und Futsal könnte dem DFB frischen Wind bringen, obwohl die breite Zahlungsbereitschaft für solche Inhalte noch ein Wagnis bleibt. Erste Recherchen in Branchen-Magazinen deuten jedoch darauf hin, dass mit innovativen Inhalten und Community-Diensten tatsächlich Zusatznutzen für Hardcore-Fans geschaffen werden kann – gleichzeitig bleibt aber abzuwarten, wie sich die Zuschauerzahlen tatsächlich entwickeln.