Ungarns Atomstrom-Flaute: Donau führt AKW Paks ans Limit

Weil der Pegel der Donau historisch niedrig ist, musste Ungarn sein einziges Atomkraftwerk, Paks, komplett vom Netz nehmen. Der Premier Péter Magyar berichtete, dass innerhalb weniger Stunden beide verbliebenen Reaktoren heruntergefahren wurden – eine Situation, die es so in Ungarn noch nie gegeben hat.

heute 13:41 Uhr | 2 mal gelesen

Was für ein Moment: Ein Land, das so stark auf Atomkraft setzt, ist zur Ruhe gezwungen – oder besser gesagt, zum Schweigen des Kühlturms. Der Grund klingt fast banal, ist aber in seiner Wirkung verheerend: Die Donau, sonst eher als verlässlicher Fluss im Herzen Europas betrachtet, trägt zu wenig Wasser für die sichere Kühlung der Kraftwerksreaktoren heran. Völlig runtergefahren, die 2.000 Megawatt starke Anlage Paks, etwa 120 Kilometer südlich der Hauptstadt versteckt. Wirklich spannend (und ein bisschen beängstigend): Paks stemmt normalerweise etwa 40 Prozent des Stroms im Land. Und auf einmal? Lichter aus. Nun improvisiert die Regierung – neben Stromimporten werden die großen Industriestandorte zum Stromsparen animiert. Wenn das nicht reicht, stehen weitere Schritte bereit, etwa Stromabschaltungen zuerst bei Unternehmen, während Privathaushalte nur im äußersten Notfall betroffen wären. Tatsächlich wirkt vieles jetzt ein wenig wie Krisenmanagement, wie ein Drahtseilakt am Rande der Energielücke. Ob so etwas nächstes Jahr wieder passiert? Die Unwägbarkeiten der Klimaveränderung machen wenig Hoffnung. Vielleicht wird diese Episode einmal als Wendepunkt in der Energiepolitik gelten – oder einfach als Warnsignal, das überhört wurde.

Ungarns nuklear betriebene Stromversorgung steht aufgrund von akutem Kühlwassermangel vor einer Zäsur: Erstmals musste das AKW Paks wegen extrem niedriger Donau-Wasserstände komplett abgeschaltet werden, was eine Stromversorgungslücke von grob 40 Prozent bedeutet. Die Regierung setzt auf Notfallmaßnahmen wie Stromimporte und Sparappelle an die Industrie, um den Engpass abzufedern, und plant Einschnitte beim Verbrauch zuerst für Unternehmen, um Privathaushalte so lange wie möglich zu schonen. Laut aktuellen Stimmen aus der Branche und internationalen Medien wird dies als ein dramatisches Warnzeichen für Europas Energieinfrastruktur und deren Abhängigkeit von Flüssen und klimatischen Bedingungen gewertet – nicht zuletzt angesichts häufiger Wetterextreme durch den Klimawandel.

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