Bahnpreise: Verbraucherschützer üben scharfe Kritik – günstige Tickets oft Mangelware

Trotz Werbeversprechen fehlen günstige Bahntickets zu typischen Reisezeiten – Verbraucherschützer sehen die Bahn in Erklärungsnot.

heute 16:59 Uhr | 2 mal gelesen

Kennen Sie das? Wochenlang plakatierte Werbesprüche versprechen Bahntickets zum Spottpreis – der „Super Sparpreis“ springt einem förmlich ins Auge. Doch wer dann spontan oder auch mit gewisser Vorausplanung zu gängigen Zeiten reisen will, tappt nicht selten in die Enttäuschungsfalle. Genau das bemängelt aktuell der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV): Dass das „günstigste Ticket“ laut Preismonitoring an drei von vier Tagen schlicht nicht erhältlich war – zumindest zwischen 7 und 19 Uhr, also dann, wenn wohl die meisten unterwegs sind. Die Preissprünge sind teils haarsträubend: Statt des seitens der Bahn ausgelobten Preises verlangte das System an vielen Tagen bis zu 157 Prozent mehr. Moment mal, wie kann das sein? Ein bisschen fühlt sich das fürsorgliche Image der Deutschen Bahn da an wie der Pappbaum auf der Theaterbühne: vorne Hui, hinten ... naja. Doch die Bahn kontert: Nie gab es so viele Billigtickets, ‚sagt‘ das Unternehmen, und verteidigt das differenzierte Preissystem. Angeblich gehe es um „optimale Auslastung“ – was das für Pendler*innen und spontanes Reisen wirklich heißt, bleibt eine Disziplin für Fortgeschrittene. Interessant auch der Seitenblick: Tickets sind an Freitagen und Sonntagen im Schnitt fast doppelt so teuer wie an Wochentagen wie Dienstag oder Mittwoch – und zur beliebten Nachmittagszeit zwischen 16 und 19 Uhr gibt’s zumindest etwas häufiger die Chance auf einen günstigen Preis; vormittags schrumpft diese Hoffnung rapide. Die Bahn bemängelt wiederum, dass diese Analyse zu eng gefasst und vor allem auf Großstädte geblickt habe. Man schiebt nach, abseits der Metropolen gäbe es viele günstige Angebote – so richtig vergleichbar scheint das aber wenig. Und wie sieht es mit dem Preisstabilitäts-Versprechen beim Fahrplanwechsel aus? Nun, kurzfristig Blieb vieles gleich; mittelfristige Buchungen zogen preislich teilweise kräftig an. Der Alltag für Bahnkund:innen bleibt damit eine Gleichung mit mehreren Unbekannten. Ganz ehrlich – ein wenig erinnert mich das alles immer an den Versuch, im Supermarkt das eine Produkt aus der Werbung zu finden. Meistens ausverkauft, manchmal gar nicht existent.

Die Preispolitik der Deutschen Bahn stößt erneut auf heftige Kritik von Verbraucherschützern: Die beworbenen Billigtickets („Super Sparpreis“) sind zu klassischen Reisezeiten oft kaum verfügbar, wie ein Monitoring des VZBV ergab. Vor allem Reisende an stark nachgefragten Wochenendtagen zahlen häufig deutlich mehr als den Werbepreis – insbesondere bei mittelfristigen Buchungen gab es teils satte Aufschläge. Die Bahn weist die Vorwürfe mit Hinweis auf ein umfangreiches Ticketangebot, regionale Unterschiede und methodische Schwächen des Monitorings zurück. Neuere Medienberichte vertiefen den Eindruck, dass Kund:innen trotz der vielfach beworbenen Preisoffensiven häufig aufwändig suchen und flexibel sein müssen, um tatsächlich vom ‚Super Sparpreis‘ zu profitieren. Kritiker fordern deshalb ein transparenteres und weniger kompliziertes Preissystem, auch um das Vertrauen der Fahrgäste zurückzugewinnen. Gleichzeitig vergleicht etwa die Süddeutsche Zeitung die Situation mit dem Luftverkehr: Auch dort locken Low-Cost-Angebote meist nur in Randzeiten und sind in der Praxis Mangelware. Die Debatte zeigt: Das Grundproblem berührt nicht nur einzelne Fahrgäste, sondern ist auch ein politisches Thema, weil eine transparente Preispolitik als Teil der Verkehrswende gilt.

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