„Einfach nur einen neuen Fraktionsvorsitzenden zu wählen, reicht hinten und vorne nicht aus“, stellte Oest am Samstag klar. Die Zustimmung zur CDU bewegt sich aktuell in bedrohlicher Tiefe, irgendwo um die 20 Prozent – fast schon surreal für eine Partei, die sich selbst als politische Heimstatt der breiten Mehrheit versteht. Oest fragt sich offen, ob man sich in Zukunft überhaupt noch Volkspartei nennen könne. Nach seiner Ansicht braucht es nach der (wohl bald kommenden) Sondersitzung schleunigst eine breite Strategierunde aller CDU-Kreisvorsitzenden. Das Ziel: Frischen Wind und eine nachvollziehbare Linie für die kommenden zwei Jahre. Im Hintergrund schwelt derweil ein ganz anderes Thema: Jens Spahn hatte jüngst für Wirbel gesorgt, indem er gemeinsam mit seinem Ehemann Vater geworden ist – angeblich mithilfe einer Leihmutter im Ausland. Pikant dabei: In Deutschland wollte Spahn Leihmutterschaft ausdrücklich untersagen. Solche Widersprüche bleiben nicht ohne politische Nebenwirkungen.
Florian Oest sieht die CDU in einer massiven Überlebenskrise. Die Umfragewerte der Partei stagnieren, und der Druck auf Jens Spahn wächst – seine umstrittene private Lebensentscheidung hat politische Debatten entfacht, die weit über Personalfragen hinausgehen. Oest fordert nun eine echte Neuaufstellung, die nicht an der Wahl eines neuen Fraktionsvorsitzenden Halt macht. Recherchen zeigen: In den letzten Tagen wurden innerparteilich und in den Medien hitzig sowohl der drohende Bedeutungsverlust der CDU als auch die Frage diskutiert, wie modern oder widersprüchlich die Führungspersönlichkeiten agieren. Spahns Leihmutterschaft im Ausland, bei gleichzeitiger Ablehnung solcher Modelle in Deutschland, wirft grundsätzlich Fragen zur Glaubwürdigkeit auf – und heizt die Erneuerungsdebatte zusätzlich an. Die aktuellen Diskussionen innerhalb der CDU könnten weitreichende Konsequenzen haben – auch für die langfristige Positionierung der Partei als Volkspartei.