Mit einer Mischung aus Verzweiflung und Hoffnung wenden sich Sylvie und Francis Godard direkt an Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Ihr Sohn, Christophe Gleizes, sitzt in Algerien in Haft – ein Schicksal, das die Familie nun bereits seit über zwei Jahren wie ein dunkler Schatten begleitet. In einem offenherzigen Brief, der laut „Bild“ auch die Politik erreichen soll, fleht das Paar darum, das Thema beim Treffen mit Präsident Tebboune in Berlin nicht zu vergessen.
Ihre Worte tragen eine schwere Last: „Wir bitten Sie mit der ganzen Kraft einer Familie, die verzweifelt darauf wartet, ihren Sohn und Enkel wieder in die Arme schließen zu können, das Schicksal von Christophe Gleizes bei Ihren Gesprächen mit Präsident Abdelmadjid Tebboune anzusprechen.“ Menschlich, aufrichtig und, ehrlich gesagt, ziemlich mitreißend. Die Familie hat laut eigener Aussage den Weg juristischer Auseinandersetzungen im März bewusst verlassen, um einer Begnadigung durch den algerischen Präsidenten eine Chance zu geben. Doch seither sei die Sprachlosigkeit der Behörden erdrückend: auf Briefe, Anrufe, Hoffnung entschwindet – alles verhallt.
Christophe war im Mai 2024 nach Recherchen zum Fußballklub JS Kabylie inhaftiert worden. Ihm wird „Verherrlichung von Terrorismus“ vorgeworfen – ein Vorwurf, der für die Angehörigen und seinen Anwalt einer schlechten Farce gleicht. Rückhalt findet er dennoch kaum, ausgerechnet im Fußball-Paradies Kabylei, das für sein rebellisches Potenzial bekannt ist. Letztlich wünschen sich seine Eltern nichts sehnlicher, als ihn bald gesund wieder in die Arme zu schließen. Kann Deutschland helfen? Das bleibt ungewiss.
Die Eltern des französischen Sportjournalisten Christophe Gleizes, der in Algerien festgenommen und zu sieben Jahren Haft verurteilt wurde, erhoffen sich Unterstützung von hochrangigen politischen Stellen in Deutschland. Sie appellieren an die Bundesregierung, Gleizes’ Fall beim anstehenden Staatsbesuch des algerischen Präsidenten in Berlin zur Sprache zu bringen, um eine Begnadigung zu erreichen, da jegliche juristische und diplomatische Bemühungen bislang ins Leere gelaufen sind. Mittlerweile reagiert die algerische Regierung weder auf Anfragen noch auf Bitten der Angehörigen, weshalb der Druck auf internationale Politik wächst. Nach aktuellen Medienrecherchen steht der Fall symptomatisch für das schwierige Verhältnis von Pressefreiheit und staatlicher Willkür in Algerien: Auch andere Journalistinnen und Journalisten geraten dort regelmäßig ins Visier der Behörden, teils mit gravierenden Konsequenzen. Laut „Reporter ohne Grenzen“ ist Algerien in jüngster Zeit im Pressefreiheitsranking weiter abgerutscht; willkürliche Inhaftierungen sind alles andere als selten. Frankreich, Deutschland und weitere EU-Staaten arbeiten vermehrt hinter den Kulissen an Menschenrechtsinitiativen in der Region – ob sie Gleizes helfen, bleibt offen.