Explosion einer Drohne nahe bulgarischer Gaspipeline sorgt für Anspannung

Am Samstag detonierte eine bislang unbekannte Drohne direkt an der Grenze zwischen Bulgarien und Rumänien, in unmittelbarer Nähe einer strategisch wichtigen Gaspipeline.

heute 15:54 Uhr | 2 mal gelesen

Manchmal kommt es ja einfach knüppeldick – ein anonymer Flugkörper fliegt aus Rumänien irgendwann still in den bulgarischen Luftraum ein und explodiert dann mitten in der Nähe einer Kompressorstation der Trans-Balkan-Gaspipeline. So schilderte es jedenfalls Bulgariens Premierminister Rumen Radev am Samstag. 1.000 Meter entfernt vom alten Grenzübergangs-Posten Kardam war plötzlich Endstation für die Drohne – mit einem lauten, für die Grenzpatrouille recht deutlich wahrnehmbaren Knall. Interessant (oder beunruhigend?) dabei: Die Drohne wurde weder von rumänischen noch bulgarischen Systemen bemerkt. Grenzüberwachung kann man sich irgendwie auch anders vorstellen. Laut Radev konnten zwar rumänische Grenzpolizisten Geräusche wahrnehmen, und quasi im gleichen Atemzug hörte dann auch eine bulgarische Patrouille die Explosion. Glücklicherweise blieb es offenbar bei Sachschäden – nein, eigentlich noch weniger: keine Verletzten, keine Ruinen, keine kaputte Pipeline.

Was bleibt? Die Unsicherheit. Die Gefahr. Ein Ermittlungsverfahren wurde eingeleitet – welcher Typ Drohne war das? Nicht ganz unwichtig, denn auf rumänischer Seite sind im Juli bereits drei Drohnen abgefangen worden, mindestens eine vom Shahed-Modell, das angeblich von russischen Streitkräften genutzt wird. Der Zusammenhang liegt in der Luft, im doppelten Sinn. Ob das nur der Anfang ist? Irgendwie bleibt ein mulmiges Gefühl zurück.

Nach der Explosion einer nicht identifizierten Drohne nahe einer zentralen Gaspipeline in Bulgarien herrscht sowohl bei den Behörden als auch in der Grenzregion eine spürbare Nervosität. Die Pipeline, die für den Energietransit zwischen mehreren osteuropäischen Ländern unerlässlich ist, war zwar nicht beschädigt, doch der Vorfall offenbart Brüchigkeit in der Luftüberwachung. Wie verschiedene Medien berichten, gab es in den letzten Monaten wiederholt Zwischenfälle mit mutmaßlich aus russischer Produktion stammenden Drohnen im rumänisch-bulgarischen Luftraum — besonders im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg und der Sorge vor gezielten Sabotageakten auf kritische Infrastruktur.

Ergänzend: Nach aktueller Online-Recherche hat die Sorge vor Drohnen-Angriffen seit Beginn des Ukraine-Kriegs europaweit zugenommen. Bulgarien und Rumänien haben angekündigt, ihre Überwachungsmaßnahmen zu verstärken und engere Zusammenarbeit bei der Luftraumsicherung zu suchen. Zudem wird diskutiert, ob internationale Hilfe für die Sicherung der Energieinfrastruktur notwendig wird, da insbesondere Gaspipelines als neuralgische Punkte gelten.

Schlagwort aus diesem Artikel