Was für ein Auftakt: Braunschweig hat Magdeburg nicht einfach geschlagen, sie haben sie unter den Rasen gespielt. Schon zur Pause stand es 4:0 – und ehrlich gesagt, war das Spiel da eigentlich gelaufen. In der 15. Minute eröffnete Opoku den Torreigen, nach einem perfekten Pass durch die Gasse. Urbich legte direkt nach: Erst nach einem blitzschnellen Umschaltmoment und kurz darauf erneut, diesmal auf Vorlage von Di Benedetto. Aydins Elfer in der 41. Minute – nach einem Foul von Hyryläinen – war dann wohl der letzte Sargnagel für Magdeburg, die ab der 31. Minute auch noch dezimiert waren dank Bockhorns glatt roter Karte. Pause, Durchschnaufen? Fehlanzeige. Magdeburg versuchte sich an einem kleinen Strohhalm: Zukowski verkürzte direkt nach dem Wiederanpfiff. Freude? Kurzlebig. Im direkten Gegenzug nagelte Di Benedetto den Ball ins Netz. Flick finalisierte das Braunschweiger Torfestival per Kopf nach einer Ecke. Am Ende bleibt festzuhalten: Das war eine Machtdemonstration.
Mit dem klaren 6:1 gegen Magdeburg setzt Braunschweig am ersten Zweitliga-Spieltag ein dickes Ausrufezeichen. Sie nutzten einen schweren Patzer des Gegners (Rote Karte Bockhorn) eiskalt aus und spielten ihre Überzahl mutig wie abgeklärt herunter. Und während die Braunschweiger Offensive vor Spielfreude sprühte, offenbarte Magdeburg frappierende Defizite nicht nur in der Defensive, sondern auch im Umgang mit Drucksituationen. Laut taz.de gehören hohe Auswärtssiege wie dieser zu den seltenen Ereignissen der letzten Jahre, speziell wenn so früh das Spiel entschieden ist. Neu ist, dass die Liga nach dem Abstieg von Hertha BSC und Schalke 04 an Attraktivität und Leistungsdichte gewonnen hat. Stadionbesucher berichteten in sozialen Netzwerken von einem frustrierenden Heimspiel-Erlebnis – auch wegen der frühen Vorentscheidung und des hitzigen Klimas auf den Rängen.