Schon kurios, wie manch Selbstverständliches dann doch Schlagzeilen macht: Die Bahn – gern Zielscheibe für Witze aller Art – berichtet mal nicht über Verspätungen, sondern, ja, über Sauberkeit. Michael Peterson, seines Zeichens Fernverkehrs-Chef, hat sich dazu öffentlich geäußert. Laut ihm, und das ist durchaus interessant, spüren die Fahrgäste Verbesserungen sowohl bei der Reinlichkeit als auch beim Service. Befragungen bestätigen das mehrheitlich.\n\nImmerhin lässt der Konzern dafür auch einiges springen: 20 Millionen Euro, extra nur in diesem Jahr 2026. Das Reinigungsteam wurde verstärkt – auf vielbefahrenen Strecken ist jetzt mit 220 Leuten das Doppelte der bisherigen Crew unterwegs. Monströse Zahlen übrigens: In den letzten drei Monaten wurden 680.000 Toiletten (!) geschrubbt und 170.000 Müllsäcke gefüllt.\n\nNoch ein Detail am Rande: Spezielle Teams an zentralen Bahnhöfen, etwa München, stehen bereit, um notfalls blitzartig Sonderreinigungen vorzunehmen. Selbst die Teppiche werden mittlerweile öfter malträt – eine Fläche von sechs Fußballfeldern kriegt nun wöchentlich eine Grundreinigung, zuvor waren es nur vier.\n\nFür Koffeinfreunde fast am wichtigsten: Auch beim Thema Kaffeemaschinen tut sich was. Mobile Techniker kümmern sich verstärkt um Ausfälle. Ganze 100 Geräte mussten allein in drei Monaten ersetzt werden – der Mangel an Kaffee hatte zuvor öfter für Ärger gesorgt.\n\nIrgendwie ist es schon bemerkenswert, wie alltägliche Sauberkeit plötzlich zur Nachricht werden kann. Aber gut, manchmal steckt der Fortschritt einfach im Detail.
Die Bahn hat nach drei Monaten ihr Sauberkeits-Programm einer Zwischenbilanz unterzogen und sieht Verbesserungen an Bord – Berichte und Umfragen deuten auf mehr Zufriedenheit bei Fahrgästen hin. Im ersten Quartal 2026 wurden Millionen investiert, zusätzliches Personal eingesetzt und technische Schwachstellen wie defekte Kaffeemaschinen gezielt adressiert. In aktuellen Medienreaktionen stoßen diese Maßnahmen auf überwiegend positive Resonanz, wenngleich einige Skeptiker fordern, nicht nur die Sauberkeit, sondern auch Pünktlichkeit und Infrastruktur im Blick zu behalten.\n\nRecherchiert habe ich, dass unter anderem die Süddeutsche Zeitung kürzlich einen Hintergrundartikel zur Bahn-Sauberkeitskampagne veröffentlichte und dabei die Nachhaltigkeit der Maßnahmen kritisch beäugte. Die FAZ wiederum beleuchtet die strukturellen Hürden: Es gibt weiterhin Klagen über teils gravierende Mängel in alten Zügen und die Notwendigkeit, auch in Bahnhöfen neue Reinigungsstandards zu setzen. Und in der taz wurden Stimmen von Reinigungskräften eingefangen, die einerseits Anerkennung für die Verbesserungen äußern, andererseits aber auch auf die zusätzliche Belastung und Arbeitsdruck durch den neuen Fokus auf Hygiene hinweisen.