GdW plädiert für einkommensabhängige Mieterbeteiligung bei Sanierungen

Der Spitzenverband der deutschen Wohnungswirtschaft, der GdW, befürwortet ein neues Modell: Die Last von Mieterhöhungen nach Modernisierungen soll sich künftig stärker nach dem Einkommen der Mieter richten.

heute 00:03 Uhr | 4 mal gelesen

Nach Ansicht von Axel Gedaschko, Präsident des GdW, ist es an der Zeit, bei der Umlage von Modernisierungskosten einen neuen Maßstab zu setzen. Statt – wie bisher – vorrangig die Kaltmiete als Anker zu nehmen, solle künftig das tatsächliche Einkommen der Bewohnenden das Kriterium sein. Damit sollen Besserverdienende nach Sanierungen, etwa dem Einbau klimafreundlicher Heizungen oder energetischer Maßnahmen, einen größeren Anteil tragen als Menschen mit geringeren Gehältern. Die politische Verantwortung sieht Gedaschko klar bei der aktuellen Bundesregierung, die schnell die Weichen stellen müsse. "Es kann doch nicht sein, dass eine alleinerziehende Pflegekraft mit ähnlich hohen Mietsteigerungen kämpfen muss wie ein doppelverdienendes Ehepaar im selben Objekt – das ist schlichtweg unsolidarisch", wirft er ein. Hinter diesen nüchternen Zahlen verstecken sich ganz reale Sorgen: Viele Menschen fürchten, ihr Zuhause nach Modernisierungen nicht mehr bezahlen zu können. Und damit wären wir auch schon beim Kern der Gerechtigkeitsfrage, die aktuell stärker denn je lodert.

Der GdW fordert eine Neuausrichtung bei der Umlage von Sanierungskosten in deutschen Mietwohnungen: Zukünftig soll die Einkommenshöhe der Mieter entscheidend dafür sein, wie stark sie an Modernisierungsmaßnahmen – etwa für den Klimaschutz – beteiligt werden. Damit will der Verband verhindern, dass soziale Härten für Geringverdienende entstehen und fördern, dass die notwendigen Klimamaßnahmen sozial verträglich umgesetzt werden können. In diesem Kontext wird der Ruf nach einer raschen Entscheidung der Regierung lauter, zumal steigende Mieten durch Sanierungen besonders Menschen mit niedrigen und mittleren Einkommen treffen könnten. Laut aktueller Berichterstattung verschärft sich die Debatte um die gesetzlich zulässigen Mieterhöhungen nach Modernisierungen, und Initiativen, die Klimawende sozial zu gestalten, stehen im Mittelpunkt der politischen Diskussion. Der Druck auf die Bundesregierung wächst, insbesondere vor dem Hintergrund, dass immer mehr Haushalte schon jetzt durch Energiekosten belastet sind. Wohnungskonzerne wie Vonovia und LEG beobachten die Entwicklung ebenfalls aufmerksam, denn eine sozial abgefederte Umlage könnte auch ihre Akzeptanz von Sanierungsmaßnahmen im Bestand verbessern.

Schlagwort aus diesem Artikel